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Wie in diesem Bild nachgestellt, soll ein Mann durch das Fenster in das Auto einer Frau gegriffen haben. Zuvor wurde sie aufgefordert, auszusteigen. Foto: Türschmann
Wie in diesem Bild nachgestellt, soll ein Mann durch das Fenster in das Auto einer Frau gegriffen haben. Zuvor wurde sie aufgefordert, auszusteigen. Foto: Türschmann © Türschmann
06.04.2015

Benzingeld-Trick: Leser schildert Vorfall mit mutmaßlichem Betrüger

In den vergangenen Wochen haben PZ-Leser vermehrt darauf hingewiesen, dass im Enzkreis Personen unterwegs sein sollen, die mit dem „Benzingeld-Trick“ Autofahrer zum Anhalten auffordern und nach Geld betteln (die PZ berichtete). Auf Anfrage der Pforzheimer Zeitung hatte die Polizei mitgeteilt, dass ihnen derartige Fälle nicht bekannt seien.

Nun hat sich erneut ein Leser gemeldet und einen konkreten Fall vom 28. Februar geschildert. Damals sei er bei Ötisheim von einem Mann angehalten worden, der angab, nach Passau zu wollen, aber kein Geld habe. Auf englisch habe er versucht zu erklären, dass alle Banken geschlossen seien und er sich deshalb Geld leihen möchte. Er habe außerdem nach der Adresse gefragt, um das geliehene Geld mit versprochenen 20 Prozent Zinsen zurückzahlen zu können. Der betroffene Leser wurde misstrauisch, wie er in seiner Nachricht an die PZ schreibt, und sei deshalb weitergefahren. Im Rückspiegel habe er noch gesehen, wir der mutmaßliche Betrüger erneut mit der Karte auf die Straße sprang, um weitere Autos anzuhalten. Der Autofahrer informierte daraufhin die Polizei. Was diese unternommen hat, ist allerdings nicht mehr genau nachvollziehbar.

Dem Hinweis des besorgten Autofahrers seien die Kollegen sicherlich nachgegangen, sagte Polizeisprecherin Sabine Doll auf PZ-Anfrage. Wenn sich daraus aber keine Straftat abgeleitet habe, komme so ein Fall nicht zu den Akten. Und eine Straftat stelle das Betteln nach Benzingeld grundsätzlich nicht dar. Allerdings würde die Polizei einen Platzverweis aussprechen und die Personalien überprüfen, sofern Personen tatsächlich von dem „Benzingeld-Schwindel“ belästigt werden.

Dass solche Fälle in der Region vorkommen, wurde seitens der Polizei nun nicht mehr völlig ausgeschlossen. Eine öffentliche Warnung, wie es die Polizeien in Freiburg und Tuttlingen im vergangenen Jahr getan haben, hält sie jedoch nicht für nötig, da es sich bisher nur um unbestätigte Einzelfälle handle.