nach oben
Stolz aufs Abi spricht aus den Denkmälern früherer THG-Jahrgänge. Einige ihrer Nachfolger im Doppeljahrgang aus G9- und G8-Schülern sehen bis dahin einen schweren Weg vor sich.
THG Mühlacker © PZ-Archiv
16.02.2011

Bilanz nach Halbjahreszeugnis: Keine Leistungsunterschiede zwischen G8 und G9

MÜHLACKER. G8-Schüler kommen im Doppel-Abijahrgang nicht unter die Räder. Dieses Ergebnis einer Landesstudie trifft laut Schulleitung auch auf Mühlacker zu. Die Sorgen vieler Eltern werden dadurch aber nicht zerstreut.

Dass auf dem Weg zum Abitur 2012 zwei Jahrgänge gemeinsam die Schulbank drücken, hat auch in Mühlacker für Unruhe gesorgt. Am Theodor-Heuss-Gymnasium (THG) stand zu Schuljahresbeginn bei den jüngeren G8-Gymnasiasten die Sorge im Raum, bei den Leistungen gegenüber den Mitschülern den Kürzeren zu ziehen, die das Abitur noch im alten neunjährigen Zug absolvieren. Weil sie damit nicht die einzigen waren, hat das Kultusministerium anhand der Halbjahreszeugnisse in einer Untersuchung an 45 Gymnasien diese Ängste zu zerstreuen versucht. Die Leistungsunterschiede liegen demnach im Bereich einer Sechstel- Schulnote.

„Die Ergebnisse der Studie stimmen mit dem überein, was wir hier am THG beobachten“, sagt Schulleiter Thomas Mühlbayer. Zwar sei das Gymnasium in Mühlacker nicht in die Studie aufgenommen worden, er habe jedoch eine eigene Auswertung für das THG betrieben. „Da decken sich die Ergebnisse absolut mit den offiziellen Zahlen von Kultusministerin Schick“, sagt Mühlbayer.

Generell könne nicht gesagt werden, dass es für die Noten ausschlaggebend sei, ob man zum G8- oder G9-Zug gehöre. Zwar gebe es gerade bei den G8-Schülern eine gewisse Unsicherheit. Diese sei aber eher auf das zurückzuführen, was die Schüler tagtäglich über das Thema G8 lesen könnten. „Im alltäglichen Leben werden sich die noch vorhandenen, minimalen Unterschiede schnell verwachsen“, sagt Mühlbayer. Diese seien in erster Linie auf die Altersunterschiede zurückzuführen und nicht auf den Wissensstand.

Skeptischer fällt die Reaktion von Elternvertretern aus. „Die Zeugnisse haben nicht dazu beigetragen, die Sorgen zu zerstreuen“, sagt die stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende Tatjana Bross. Der Doppeljahrgang stehe vor vielen wie ein riesiger Berg. Der Druck durchs G8 sei groß. Tatjana Bross rät dazu, erst einmal zu beobachten, wie sich die Hilfsmaßnahmen des THG bewähren, die bei einem Elternabend für Eltern der Schüler im Doppeljahrgang im Dezember abgestimmt worden seien. Wichtigster Punkt seien die Förderangebote der Schule in den Hauptfächern, die allen Schülern offen stehen.

Die Förderung läuft bereits, aber noch nicht lange genug, um schon auf die Halbjahreszeugnisse durchzuschlagen. Jeder Schüler des Doppeljahrgangs, egal ob aus dem G8- oder G9-Zug, kann das Angebot in Anspruch nehmen. „Es hat aber auch einige Schüler gegeben, die nach den ersten Klausuren erschrocken sind, nach den Ergebnissen der nächsten Klausuren aber gesagt haben, wir schaffen das ohne Förderung“, sagt Tatjana Bross.

Grundsätzlich kritisieren die Elternvertreter die Bildungspolitik. Diese habe die Schulen mit der Umsetzung des G8 ziemlich alleingelassen. Als Beispiel nennt Tatjana Bross die Fortbildung für die Lehrer, die sehr schleppend angelaufen sei.