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Alles kein Problem: Das Blutspenden an sich ist eine ruhige und unspektakuläre Angelegenheit.
Alles kein Problem: Das Blutspenden an sich ist eine ruhige und unspektakuläre Angelegenheit.
Kontrolliert: Ein Arzt überprüft, ob PZ-Redakteurin Carolin Ulbrich Blut spenden darf.
Kontrolliert: Ein Arzt überprüft, ob PZ-Redakteurin Carolin Ulbrich Blut spenden darf.
Gemessen: Mit einem kurzen Pieks in den Finger wird ein Tropfen Blut abgenommen. Hier wird der Hämoglobin-Gehalt des Blutes überprüft.
Gemessen: Mit einem kurzen Pieks in den Finger wird ein Tropfen Blut abgenommen. Hier wird der Hämoglobin-Gehalt des Blutes überprüft.
Jetzt geht es los: Die Nadel sitzt und zunächst werden die verschiedenen Untersuchungsröhrchen befüllt.
Jetzt geht es los: Die Nadel sitzt und zunächst werden die verschiedenen Untersuchungsröhrchen befüllt.
Geschafft: Der Beutel ist voll, 500 ml Blut warten auf einen neuen Einsatz.
Geschafft: Der Beutel ist voll, 500 ml Blut warten auf einen neuen Einsatz.
16.03.2012

Blaulicht-TV bei Blutspende: Kleiner Pieks, große Wirkung

Für Blaulicht-TV geht PZ-Redakteurin Carolin Ulbrich Blut spenden.Mit 500 Milliliter Blut können bis zu drei Menschen gerettet werden.

Zehn Minuten liegen, drei Tage Müdigkeit und literweise Cola-Trinken: So hatte ich mir das Blutspenden nicht vorgestellt. Aber ich habe es überlebt und würde es jederzeit wieder tun. Nervös oder aufgeregt bin ich vor der Blutspende des Deutschen Roten Kreuzes in der Faustschule in Knittlingen eigentlich nicht, ich mache mir eher Sorgen um meinen Kameramann Marc Dietz, der kein Blut sehen kann.

Zunächst geht es an die Formalitäten. Ich muss meinen Personalausweis vorlegen, Fragen über meine Gesundheit beantworten und vertraulich bestätigen, dass mein Blut auch wirklich für Patienten verwendet werden kann. Klingt ganz schön kompliziert, ist es aber nicht, weil alles von den Helfern erklärt und auf Merkblättern ganz genau beschrieben wird.

Anschließend misst ein Arzt meinen Blutdruck, der etwas höher ist als sonst. „Das kommt von der Anspannung“, meint er lächelnd. Na gut, schaden kann es in meinem Fall nicht, wenn er mal etwas höher ist als sonst.

Auch Puls und Körpertemperatur werden gemessen. Nun bekomme ich noch einen ganz besonderen Auftrag: Vor der Spende noch einmal ordentlich trinken, denn der halbe Liter Apfelsaftschorle am Vormittag war wohl zu wenig. Also schütte ich, wie angewiesen, noch einige kleine Gläser Cola herunter, die einzige wirkliche Tortour für mich.

Jetzt kann es los gehen zum ersten Pieks: Zunächst wird mein Hämoglobin-Gehalt, also die Menge an Farbstoff im Blut gemessen. Mein Wert ist in Ordnung, ich darf also spenden. Und kann mich gleich auf einer Liege ausstrecken. Nach einem kurzen Stich mit der Nadel in meine Vene in der Armbeuge fließt das Blut auch schon. Und der Kameramann hält noch immer tapfer drauf. Bis hier hin also alles kein Problem. Plötzlich stockt es, mein Blut fließt nicht mehr. Eine DRK-Mitarbeiterin bewegt die Nadel, es fühlt sich an, als stochere sie in meiner vene herum. Aber das Blut fließt wieder. Nach etwa zehn Minuten ist der Beutel voll und ich darf aufstehen. Bis zu drei Menschenleben kann diese eine Blutspende nach Angaben des Arztes retten. „Jeden Tag werden in Baden-Württemberg 2000 Blutkonserven benötigt“, erklärt Thomas Grüninger, DRK-Werbe- und Organisationsleiter Württemberg. Deshalb müssten täglich Blutspende-Aktionen durchgeführt werden – vor allem auch, weil ein Bestandteil des Blutes, die Thrombozyten, nur fünf Tage haltbar sind.

Für mich heißt es jetzt erst mal, im Ruheraum ausruhen, Leberkäse mit Kartoffensalat essen und Cola trinken, damit der Kreislauf wieder in Schwung kommt. Und mit ihm auch die Farbe ins Gesicht, die bei mir laut meinen Beobachtern analog zum Blut verloren gegangen war. Bis mein Kreislauf wieder richtig in Schwung war, hat es übrigens noch ein paar Tage gedauert – die einzigen Nachwehen der Blutspende überhaupt. Vor allem, weil ich auch in den Tagen danach ständig so viel trinken musste...