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In seinem Musikzimmer hat Radiomoderator und DJ Thomas Brockmann alle seine Raritäten beisammen. Besonders stolz ist er unter anderem auf seine Falco-Platte mit originaler Unterschrift. Foto: Cichecki
In seinem Musikzimmer hat Radiomoderator und DJ Thomas Brockmann alle seine Raritäten beisammen. Besonders stolz ist er unter anderem auf seine Falco-Platte mit originaler Unterschrift. Foto: Cichecki
17.08.2018

Blick hinter die Radio-Kulisse mit Musikexperte Thomas Brockmann aus Sternenfels

Sternenfels. Er ist einer der bekanntesten Radiomoderatoren in der Region und darüber hinaus. Im Gespräch mit der PZ verrät Musikexperte Thomas Brockmann aus Sternenfels sein Erfolgsgeheimnis und noch mehr.

PZ: Herr Brockmann, seit über 30 Jahren arbeiten Sie schon erfolgreich im Radiobereich. Was hat Sie dazu bewegt, diesen Weg einzuschlagen?

Thomas Brockmann: Neben der Schule habe ich schon in der Disco aufgelegt und so kam bei mir das Interesse auf. Außerdem habe ich damals auch für viele Zeitungen geschrieben. Neben dem erforderlichen Talent hat mir somit auch die journalistische Arbeit letztlich das Türchen geöffnet.

PZ: Und wie sind Sie schließlich zum Radio gekommen?

Thomas Brockmann: Alle meine Artikel, die ich bei den Zeitungen veröffentlicht habe, habe ich gesammelt und in Ordnern aufgehoben – das waren etwa 600 Ausschnitte. Mein erstes Casting war im Jahr 1983 beim Hessischen Rundfunk und die Leute dort haben mich erst einmal runtergemacht und mir Sprachunterricht angeraten. Das war wirklich hart für mich. Nach meinem Sprachunterricht habe ich mich im Jahr 1985 für ein Casting bei einem Privatsender in Karlsruhe beworben. Dort wurde ich mit vier DinA4-Ordnern unter dem Arm empfangen. Mit meinen Artikeln konnte ich schließlich als Fachmann überzeugen.

PZ: Was sollte man für die Arbeit als Radiomoderator mitbringen? Worauf kommt es an?

Thomas Brockmann: Egal ob mit Schauspielerei, Singerei oder beim Radio: Es kommt immer darauf an, wann die Möglichkeit ergriffen wird. Damit meine ich, dass man im richtigen Moment vor der richtigen Tür steht, und die dann aufgehen muss. Es ist also eine unheimliche Glückssache, die oftmals überhaupt nichts mit Können zu tun hat. Dennoch habe ich mich bereits in jungen Jahren darüber informiert, was ich fürs Radio mitbringen muss. Im Großen und Ganzen ist es ja so, dass man in jedem Beruf etwas können muss, um Erfolg zu haben. Alles, was man nicht kann, führt dazu, dass man wie eine Sternschnuppe verglüht. Und ich habe eben ein sehr gutes Händchen, was Musik betrifft.

PZ: Sie sind auch Trainer für Radiomoderation. Können Sie jedem das Moderieren beibringen? Oder setzt die Arbeit ein bestimmtes Talent voraus?

Thomas Brockmann: Ich bin schon seit ein paar Jahren bei der Moderatorenschule in Baden-Württemberg. Und dort bekomme ich mit, dass es sehr viele Menschen gibt, die auch Geld in die Hand nehmen, um etwas zu erreichen, aber leider eben kein Talent haben. Wenn jemand kein Talent hat oder im schlechtesten Fall keine Stimme, dann kann ich denjenigen trainieren, wie ich will – allerdings ohne Erfolg. Ich gebe dann meistens Tipps, wie sie etwa eine Anmoderation lockerer gestalten können. Mit viel Wissen und Erfahrung hat man immer genug Stoff, um ein Lied anzukündigen. Es gibt allerdings einfach zu viele Leute, die so etwas nicht beherrschen. Sie wollen es, aber können es nicht. Ausschlaggebend ist in erster Linie die Stimme. Ein zusätzlicher Sprachunterricht ist also mehr als notwendig. Hätte ich selbst früher keinen Unterricht genommen, wäre ich nicht da, wo ich heute bin.

PZ: Sie spielen im Radio höchst unterschiedliche Musik. Was hören Sie am Liebsten?

Thomas Brockmann: Es ist tatsächlich so, dass ich je nach Laune und Stimmung die total unterschiedlichste Musik höre. Vor allem höre ich aber auch gerne Musik, die heutzutage überhaupt nicht mehr populär ist, wie beispielsweise Swing Jazz – also Musik aus den 1930er- und 1940er-Jahren. Außerdem höre ich auch noch unheimlich gerne Filmmusik. Diese Musik spiegelt die Stimmung aus verschiedenen Szenen wieder und das fasziniert mich.

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