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Mit den Händen vor dem Gesicht sitzt der 42-jährige Syrer, der im März seine von ihm getrennt lebende Ehefrau in Mühlacker erstochen hat, auf der Anklagebank in Karlsruhe. Links neben ihm hat Verteidigerin Carolin Hierstetter Platz genommen, rechts ein Dolmetscher. Im Hintergrund sind zwei Justizbeamte zu sehen. Foto: Hepfer
Mit den Händen vor dem Gesicht sitzt der 42-jährige Syrer, der im März seine von ihm getrennt lebende Ehefrau in Mühlacker erstochen hat, auf der Anklagebank in Karlsruhe. Links neben ihm hat Verteidigerin Carolin Hierstetter Platz genommen, rechts ein Dolmetscher. Im Hintergrund sind zwei Justizbeamte zu sehen. Foto: Hepfer
25.09.2018

Blutige Tat wird durchleuchtet: Syrischer Flüchtling nach Tötungsdelikt in Mühlacker vor Gericht

Karlsruhe/Mühlacker. Der syrische Flüchtling, der seine Ehefrau in Mühlacker tötete, steht vor Gericht. Die Anklage lautet auf Mord. Die Kinder wurden unter Ausschluss der Öffentlichkeit befragt.

Es war eine blutige und beispiellose Bluttat, die nicht nur die Einwohner von Mühlacker Anfang März dieses Jahres zutiefst erschüttert hat. Als ein damals 41-jähriger syrischer Flüchtling seine von ihm getrennt lebende Ehefrau mit dem Küchenmesser tödlich verletzte, war kollektives Entsetzen in der ganzen Region zu spüren. Umso mehr, weil der Täter auch noch im Beisein von dreien der vier gemeinsamen Kinder der 37-Jährigen rund zehn Stiche in Hals, Rücken und Oberarm versetzte. Auf der Flucht vor ihrem Peiniger brach die Frau stark blutend nahe ihrer Wohnung auf einem Fußweg zusammen und starb. Nach der Tötung war der Syrer mit einem seiner Söhne geflüchtet und hatte währenddessen noch eine Hass-Botschaft in den sozialen Medien verbreitet, mit der er die Tat als Strafe für seine Ehefrau rechtfertigen wollte. Kurze Zeit später war er von Polizisten nahe des Mühlacker Bahnhofs festgenommen worden. Seit Dienstag muss sich der heute 42-Jährige vor dem Karlsruher Landgericht wegen Mordes verantworten. Staatsanwalt Lars Jaklin zeigte dabei verschiedene Mordmerkmale wie Heimtücke und Habgier auf.

Beim Prozessauftakt kam zum Hergang der Tat allerdings keine Silbe über die Lippen des 42-jährigen Mannes, der von seinem Recht Gebrauch machte, die Aussage zu verweigern. Drei seiner vier Kinder zwischen dreizehn und acht Jahren wurden vom Vorsitzenden Richter Leonhard Schmidt, den Beisitzern und Schöffen unter Ausschluss der Öffentlichkeit vernommen. Auch der Vater war bei der Befragung nicht anwesend und verfolgte das Geschehen von einem Videoraum aus. Damit ersparte das Gericht seinen Kindern, die schrecklichen Momente dieser brutalen Tat noch einmal in seiner Gegenwart durchleben zu müssen. Weil die Ehefrau des Syrers mit ihrem neuen Lebensgefährten auch das jüngste ihrer vier Kinder vom Vater zu sich nehmen wollte, war die Situation letztlich eskaliert und mündete in der Bluttat. Am Freitag wird der Prozess in Karlsruhe um 9 Uhr fortgesetzt.

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