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Tatort in Kleinglattbach.
Tatort in Kleinglattbach © Elsässer
13.09.2010

Bluttat kommt vor Gericht

MÜHLACKER/KLEINGLATTBACH. Am kommenden Montag beginnt der Prozess gegen einen 36-Jährigen aus Mühlacker, der einen Kollegen getötet haben soll.

Der Schock saß tief bei den 300 Beschäftigten der Kleinglattbacher Firma Karl Bausch GmbH und Co. Keiner von ihnen konnte auch nur annähernd verstehen, warum der 55 Jahre alte Betriebsleiter aus Löchgau vor knapp sieben Monaten von einem mittlerweile 36-jährigen Mitarbeiter aus Mühlacker erschlagen wurde. „Die Tat kann niemand begreifen“, sagte Firmenchef Kurt Bausch damals stellvertretend für die Belegschaft der Stanzerei.

Die Hintergründe der Bluttat aufdecken soll nun das Landgericht Heilbronn. Ab Montag, 20. September, muss sich der 36 Jahre alte Mann vor der Schwurgerichtskammer verantworten. Der Prozess ist auf fünf Tage angesetzt, wie ein Gerichtssprecher gestern auf PZ-Anfrage erklärte. Zwölf Zeugen sind geladen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Vorarbeiter „Diebstahl in besonders schwerem Fall in Tateinheit mit Mord“ vor.

Rückblende: Firmenchef Kurt Bausch hatte seinen Betriebsleiter an einem Samstagabend Ende Februar schwer verletzt in der Fertigungshalle gefunden, wo dieser bereits seit eineinhalb Stunden lag. Wie Mitarbeiter zu Protokoll gaben, hatte die Ehefrau des Opfers im Werk angerufen und sich erkundigt, wo ihr Mann bleibe. Anschließend sah der Firmeninhaber persönlich nach.Der Betriebsleiter, Vater von drei Kindern, war bereits gegen 18 Uhr in der Halle eingetroffen. Dort ertappte er den Vorarbeiter, der gerade dabei war, einen Getränkeautomaten aufzuhebeln. Weil der 36-jährige Senderstädter, wie Staatsanwaltschaft und Polizei annehmen, einer Anzeige entgehen wollte, griff er zu einer Eisenstange.

 Damit schlug er auf den Betriebsleiter ein und traf ihn auch am Kopf. Anschließend flüchtete er – ohne sich um das Opfer zu kümmern. Der Betriebsleiter erlag später in einem Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Seinem Arbeitgeber und der Polizei hatte er allerdings zuvor noch den Namen des Täter nennen können.Die Beamten lösten daraufhin eine Großfahndung aus und nahmen den 34-Jährigen noch am gleichen Abend in seiner Wohnung in Mühlacker fest. Der Mann gestand die furchtbare Tat und sitzt seither in Untersuchungshaft.