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Bei Aushebungen auf der Baustelle der neuen Schlossgartenhalle in Flehingen kam stark kontaminierter Straßenabraum zum Vorschein. Foto: Waidlich
Bei Aushebungen auf der Baustelle der neuen Schlossgartenhalle in Flehingen kam stark kontaminierter Straßenabraum zum Vorschein. Foto: Waidlich
28.02.2018

Böser Fund bei Bodenaustausch in Flehingen

Oberderdingen. Zehn Zentimeter könnten für Oberderdingen fatal sein. Genau die fehlen nach Ansicht des Regierungspräsidiums (RP) der B 293 in der Breite, um die für Mitte Mai geplante Fahrbahndeckenerneuerung halbseitig durchführen zu können. Vom 15. bis 30. Mai – so die Planungen des RP – würden sich dann rund 20.000 Fahrzeuge von Sulzfeld über Kürnbach kommend in der Sulzfelder und Flehinger Straße durch die Oberderdinger Ortsmitte schieben und anschließend auch den Ortsteil Flehingen treffen.

„Inakzeptabel“, so lautet das Urteil vom Oberderdinger Bürgermeister Thomas Nowitzki, der diese Planungen dem Gemeinderat vorstellte und „großes Unbill“ auf die Bürger zukommen sieht. In einer ersten Gesprächsrunde mit den betroffenen Gemeinden seien die von ihm vorgebrachten Bedenken und die Möglichkeit der halbseitigen Sperrung vom RP noch akzeptiert worden. Mitte Februar habe er dann allerdings die Meldung aus dem RP erhalten, dass die halbseitige Sperrung ausgeschlossen sei. Die Maßnahme müsse in Vollsperrung durchgeführt werden. Das sei für ihn umso unverständlicher, da die jüngst erst abgeschlossenen Brückensanierungen auf der B 293 durchaus in halbseitiger Sperrung durchgeführt werden konnten. „Wir müssen da ganz massiv auftreten, um das zu verhindern“, meinte Nowitzki und fand die volle Unterstützung bei Mitgliedern des Gremiums wie Brigitte Harms-Janssen (CDU), Uwe Schneider (FWV) Hardy Stoll (SPD) und Markus Müßig (SPD), der das Urteil als Witz bezeichnete.

Eine weitere unangenehme Überraschung hatte Architekt Günter Meerwarth für die Gemeinderäte parat. Die Überraschung liegt im Baugrund der Flehinger Schlossgartenhalle. Beim Ausheben der Baugrube für einen großflächigen Bodenaustausch sei der Bagger auf Straßenabraum gestoßen, von dem niemand etwas wusste. Er sei nicht im Altlastenkataster des Landkreises verzeichnet gewesen und auch von einem Gutachter nicht entdeckt worden, der mit der Untersuchung des Baugrunds beauftragt worden war. Das vorgefundene Material sei stark kontaminiert und könne nicht auf einer normalen Deponie gelagert werden. Die Entsorgung der 2.000 Kubikmeter oder 4.000 Tonnen würde damit kostenmäßig völlig aus dem Ruder laufen.

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