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29.07.2009

Brand in Wohnhaus: Drei Menschen mit Drehleiter gerettet

MÜHLACKER. Unter dramatischen Umständen hat die Feuerwehr auf dem Lindach in Mühlacker über die Leiter drei Bewohner gerettet. Sie standen auf dem Balkon ihres Hauses, das mit schwarzem Rauch völlig verqualmt war.

Den drei Bewohnern, einem Ehepaar und einem Untermieter, war der Weg durch das Treppenhaus ins Freie versperrt. „Das hätte viel schlimmer enden können“, sagte ein Kripo-Ermittler gestern im völlig verrußten Haus. Ein technischer Defekt an der mit Holz bestückten Heizung im Souterrain soll den Schwelbrand ausgelöst haben, der lange Zeit von den Bewohnern unentdeckt blieb. Die drei verletzten Bewohner wurden am späten Dienstagabend vom sechsköpfigen Rotkreuz-Einsatzteam mit Rauchvergiftung in die nur 500 Meter entfernte Klinik gebracht.

„Der schwarze Rauch ging einfach durch jede kleine Ritze“, analysierte Stadtbrandmeister Hermann Schäfer, der als Vize-Kommandant den Einsatz der 37 Feuerwehrhelfer der Kernstadt, aus Lomersheim und Lienzingen leitete. Schäfer sprach angesichts der acht aufgefahrenen Feuerwehr-Fahrzeuge vom „bisher größten Einsatz“ in der Großen Kreisstadt seit Jahresbeginn. Aus dem Landratsamt eilte Kreisbrandmeister Ingbert Fürtsch herbei.

Sohn kam von der Nachtschicht

„Uwe, Dein Haus brennt ab“, informierten die Kollegen per Funk den Taxifahrer, der wenige Minuten später vor der vom Ruß geschwärzten Fassade seines Elternhauses stand. „Unsere persönlichen Dokumente sind noch in den Schränken“, rief er den zwei Polizisten zu, die ihn am Betreten des verrauchten Treppenhauses hinderten. „Die Feuerwehr war schnell vor Ort“, atmete ein Nachbar auf, dessen direkt angrenzendes Eigenheim von den Einsatzkräften vor einem Übergreifen des Feuers geschützt wurde. Die zwei in der Garage des brennenden Hauses abgestellten Personenwagen waren mit einer dicken Rußschicht überzogen. Der Besitzer atmete später auf. „Im Obergeschoss ist die Wohnung erhalten geblieben“, sagte er zur PZ.

„Ich konnte im Haus im schwarzen Rauch die Hand nicht vor Augen sehen“, schilderte Helfer Dirk Möller. Der Feuerwehrmann war in der ersten Gruppe, die zwei Minuten nach dem Eingang des Alarms um 21.21 Uhr am Unglücksort eintraf. Im Heizungskeller fanden die unter Atemschutz eingesetzten Trupps den Ausgangspunkt der Flammen und löschten ihn in 22 Minuten ab. „Wir haben sofort Vollalarm in Mühlacker ausgelöst, weil wir noch Menschen im Haus vermuteten“, sagte Schäfer zur PZ.

Als er mit der ersten Verstärkung in den Lindach einbog, stand eine riesige schwarze Rauchwolke über dem Viertel. Der giftige Qualm ist laut Einsatzleiter Schäfer entstanden, weil neben den Holzscheiten im Heizungskeller Kunststoff, Isolierungen und Teile der Heizung selbst in Brand gerieten. Die Polizei bezifferte den Schaden auf mehr als 50 000 Euro.