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200 Ziegen bei Brand verendet: Polizei vermutet Brandstiftung © Schmalz/7aktuell
29.03.2012

Brandstiftung: 200 Ziegen bei Feuer verendet

Vaihingen/Enz.Rund 150 Ziegen, davon 90 Zicklein, sind beim Brand ihres Holzstalls bei Vaihingen verendet. Menschen kamen bei dem Feuer in der Nacht auf Donnerstag nicht zu Schaden. Die Polizei geht von Brandstiftung aus, sagte Peter Widenhorn, Sprecher der Polizeidirektion Ludwigsburg am Donnerstag.

Bildergalerie: Tierquäler legen Brand: 200 Ziegen verenden

Die bisher unbekannten Täter hatten in der Nacht auf Donnerstag einen Zaun zu dem landwirtschaftlichen Betrieb im Gewann „Kalkäcker“ zwischen Ensingen und Horrheim aufgeschnitten und sich so Zutritt zum Stall verschafft.

VAIHINGEN. Die Polizei geht beim Vaihinger Stallbrand von Brandstiftung aus. Rund 150 Ziegen, davon 90 Zicklein, sind getötet worden. Abiturienten, die in einiger Entfernung gegrillt hatten, waren gegen 0.40 Uhr wegen des starken Rauchs auf den Brand aufmerksam geworden und mit einem Auto in Richtung des Brandortes gefahren. Dort angekommen, konnten sie nach Angaben der Polizei noch einen Kombi mit runden Rücklichtern sehen, der von dem Stall wegfuhr. Sofort eingeleitete Fahndungsmaßnahmen, bei denen auch ein Polizeihubschrauber zum Einsatz kam, blieben ohne Erfolg.

Die Freiwillige Feuerwehr Vaihingen, die mit 78 Kräften zum Einsatz kam, konnte ein Abbrennen des etwa 20 auf 40 Meter großen Holzgebäudes nicht mehr verhindern. Während die Zeugen noch zwei Hunde aus dem Stall befreien konnten, kamen 150 Ziegen in den Flammen um. Bei dem Feuer wurde auch ein Traktor zerstört. Nach den bisherigen Ermittlungen der Polizei hatten die Tiere einen Wert von etwa 45 000 Euro. Der am Gebäude und dem Inventar angerichtete Sachschaden beläuft sich auf etwa 100 000 Euro.

Die Polizei spricht bei dem betroffenen Tierhalter von einem renommierten Ziegenzüchter mit einem anerkannten Betrieb. Nachdem das Gebäude abgebrannt war, sei erwogen worden, einen Brandmittelspürhund einzusetzen, um der Brandursache auf die Spur zu kommen, so Polizeisprecher Widenhorn. Weil die Hundenase durch die Ziegenkadaver aber permanent irregeleitet worden wäre, sei diese Methode nicht erfolgversprechend gewesen. Von einer Befragung des Züchters erhofft sich die Polizei nun weitere Erkenntnisse. Der Züchter, der den Zuchtbetrieb im Nebenerwerb führt, stand auch am Donnerstagnachmittag noch unter dem Eindruck des Geschehens und wird erst am Freitag eingehender befragt werden können.

Im September 2011 sind im Stall eines Illinger Landwirts Rinder, Schweine und Hasen verbrannt. Anders als beim aktuellen Brand zwischen Ensingen und Horrheim, wo nun Brandstiftung vermutet wird, hatten sich in Illingen Heuballen selbst entzündet.

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