nach oben
© Symbolbild: dpa
13.03.2015

Brandstiftung in Bretten: Flammen von Gerätehütte greifen auf Haus über

Bretten. Das war knapp. Unbekannte haben am Donnerstagabend gegen 22 Uhr an der Schwandorfstraße in Bretten-Diedelsheim bei drei Abstellhütten aus Plastik einen Brand gelegt, dessen Flammen auf die Rückwand des Wohngebäudes übergreifen konnten. Dadurch wurden die Bewohner des Mehrfamilienhauses, darunter auch Kinder, in große Gefahr gebracht, zumal der Dachstuhl durch den Brand erheblich beschädigt wurde. Ein fremdenfeindlicher Hintergrund sei, so ein Polizeisprecher, nicht zu erkennen.

Polizei und Feuerwehr wurden von einem Nachbarn über einen Brand im Hofbereich des Anwesens informiert. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, dass im rückwärtigen, frei zugänglichen Hofbereich des Dreifamilienhaus drei Abstellhütten aus Plastik (Maße jeweils 1,50 x 1,50 Meter) in Brand gesetzt worden sind. Durch die Brandentwicklung griffen die Flammen auf die Rückwand des Wohngebäudes, insbesondere den Dachstuhl, über.

Durch die im Obergeschoss wohnenden Mieter waren zunächst Brandgeräusche wahrgenommen worden. Als sie aus den Dachfenstern ihres Schlafzimmers schauten, konnten sie Flammen im Hofbereich sehen. Nachdem die beiden Mieter ihre Kinder geweckt hatten, verließ die Familie umgehend ihre Wohnung. Die weiteren Hausbewohner im Erdgeschoss und in der ersten Etage konnten ebenfalls rechtzeitig verständigt werden, so dass keine Person Verletzungen davontrug. Hätte sich das Feuer über Fassade und Dachstuhl unbeobachtet weiterentwickeln können, hätte die Brandstiftung vielleicht ein schlimmeres Ende nehmen können.

Dass es bei einem Sachschaden von geschätzten 80.000 Euro blieb, ist wohl auch das Verdienst der Feuerwehr Bretten, die mit zehn Fahrzeugen und 57 Mann anrückte, um der großen Gefahr gleich durch einen vehementen Löschangriff entgegentreten zu können. So konnten die Hausbewohner nach entsprechender Belüftung des Anwesens durch die Feuerwehr wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

2011 gab es rund um Bretten eine Serie von Brandstiftungen und gefährlichen Eingriffen in den Straßenverkehr, für die 2012 vier junge Männer, die aus Langeweile das Leben anderer Menschen aufs Spiel gesetzt haben, verurteilt wurden. Bislang aber, so ein Polizeisprecher, sei bei dieser Brandstiftung kein besonderes Motiv zu erkennen und auch von einer Serie könne man nicht reden. Die Ermittlungen des Kriminalkommissariats Bruchsal laufen. Personen, die Hinweise oder Beobachtungen im Zusammenhang mit der Brandstiftung geben können, werden gebeten, sich telefonisch unter (07251) 726-201 bei der sachbearbeitenden Dienststelle oder unter (0721) 939-5555 beim Kriminaldauerdienst Karlsruhe zu melden.