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23.08.2010

Brandursache unklar: Sachverständiger gefragt

VAIHINGEN. Erst im Lauf der Woche kann geklärt werden, warum in Vaihingen in der Nacht zum Samstag eine Notunterkunft gebrannt hat. Ein Brandsachverständiger des Landeskriminalamts in Stuttgart wird am Dienstagmittag in Vaihingen erwartet. Dort war am frühen Samstagmorgen ein Mann bei einem Brand getötet worden und ein Sachschaden von etwa 100 000 Euro entstanden.

Bildergalerie: Ein Tag nach dem Brand im Asylbewerberheim

Kurzfristig werde der Brand-Experte allenfalls eine Tendenz nennen können, teilte Peter Midenhor, Sprecher der Polizei in Ludwigsburg, auf Anfrage von Muehlacker-news mit. Die Auswerung aller Erkenntnisse könne mehrere Tage beanspruchen. Auf einen fremdenfeindlichen Anschlag deute nichts hin, bestätigte Midenhorn. Denkbar sei dennoch, dass das Feuer in der Baracke gelegt wurde, ebenso seien grundsätzlich ein fahrlässiger Umgang mit Feuer oder aber ein technischer Defekt denkbar.

Bildergalerie: Feuer im Asylbewerberheim

Drei der vier Baracken am Vaihinger Stadtrand sind noch bewohnt. Umquartiert werden musste eine elfköpfige Familie aus dem Kosovo, die am Samstagmorgen gegen 3 Uhr den Notruf abgesetzt hatte. Die Familie bewohnte dieselbe Baracke wie der 52 Jahre alte Deutsche, der zunächst als vermisst galt, und dann tot in seinem Zimmer entdeckt wurde. Die Leiche soll am Dienstagnachmittag im Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart obduziert werden.

Die Familie aus dem Kosovo sei bereits am Samstag um 6 Uhr in einer Behelfswohnung in der Enzgasse untergekommen, teilte der Vaihinger Bürgermeister Wilfried Nestle mit. Er vertritt Oberbürgermeister Gerd Maisch, der sich in Urlaub befindet.

Nestle berichtete, dass Techniker der Stadt im Verlauf des Sonntags am Unglücksort tätig werden mussten, da in Folge dessen Brandes auch in den anderen Baracken der Strom ausgefallen war. Die ausgebrannte Baracke werde vermutlich im Lauf der nächsten Wochen und Monate abgerissen, sagteNestle.

Angeprochen auf den baulichen Zustand betonte Nestle, die Unterkünfte seien innen in Ordnung. Davon habe er sich persönlich überzeugt. Um die Gebäude kümmere sich ein Hausmeister, auch die Bewohner würden regelmäßig betreut.

Nestle zufolge gibt es in Vaihingen insgesamt drei Notunterkünfte. Etwa 80 Menschen könnten dortunterkommen, doch seien nicht alle Plätze belegt. Die Unterkunft, in der es am Wochenende brannte, gebe es seit Anfang der 90er Jahre. In den ersten Jahren seien dort ausschließlich Asylbewerber untergebracht gewesen. Inzwischen würden dort neben abgewiesenen Asylbewerbern auch Obdachlose unterkommen.