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Barbara Knodel © Kohler
19.11.2010

Buch "Zwerland" aus der Nazi-Zeit in Ölbronn vorgestellt

ÖLBRONN-DÜRRN. Im Gemeindesaal der Evangelischen Kirche in Ölbronn hat Barbara Knodel ihr Buch über eine einst aus der Gemeinschaft ausgestoßene Frau vorgestellt. "Zwerland - eine Frau, ein Dorf - im langen Schatten der Hakenkreuzfahne" erzählt die Geschichte von Lena Auweder, die 1941 in Gestapo-Haft kam, nachdem ihr in Ölbronn eine Beziehung zu einem polnischen Zwangsarbeiter angedichtet worden war.

Bildergalerie: Barbara Knodel stellt Buch über Nazi-Zeit in Ölbronn vor

Für die traumatischen Erfahrungen der Frau interessierte sich in Ölbronn auch in der Zeit nach dem Krieg im Grunde niemand. Da sie durch die Tendenz zum Verschweigen, Vertuschen und Wegsehen selbst in der eigenen Familie mehrfach zum Opfer wurde, machte sich nun die pensionierte Lehrerin Barbara Knodel daran, Lena Auweder nach fast 70 Jahren zu rehabilitieren. Besonders brisant wurde ihr Buchprojekt, weil sie sich dazu entschied, die Namen all der Menschen aus dem Ort zu nennen, die Täter waren oder zu jener Zeit zumindest eine fragwürdige Rolle gespielt haben. Dass sich bei der Präsentation im Gemeindesaal etwa 150 Menschen drängten, verdeutlicht, wie einerseits die Geschichte, andererseits das Buch sowie beides zusammen viele Menschen in Ölbronn und in der Nachbarschaft bewegt.

Lena Auweder, die nach ihrer Heirat den Namen Schaible trug, hat das nicht mehr erlebt. Sie starb im März 2009. Einige Zeit vorher hatte sie Barbara Knodel ermuntert, ihre Leidensgeschichte aufzuschreiben und zu veröffentlichen. rks