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Auf der Deponie Hamberg in Maulbronn schließt die Betriebsordnung das Abladen von Bauschutt aus dem Rückbau von Atomkraftwerken aus. Foto: PZ-Archiv
Auf der Deponie Hamberg in Maulbronn schließt die Betriebsordnung das Abladen von Bauschutt aus dem Rückbau von Atomkraftwerken aus. Foto: PZ-Archiv
Die Deponie Burghof in Horrheim aus der Vogelperspektive: Hier sollen 2017 solche sogenannten freigemessenen Abfälle entsorgt werden. Foto: AVL
Die Deponie Burghof in Horrheim aus der Vogelperspektive: Hier sollen 2017 solche sogenannten freigemessenen Abfälle entsorgt werden. Foto: AVL
15.12.2016

Bürger in Horrheim wehren sich gegen AKW-Müll

Maulbronn/Vaihingen-Horrheim. Allein die Tatsache, eine Deponie vor der Haustür zu haben, ist für viele Bürger eine Zumutung. Wenn auf dieser dann auch noch Abfälle entsorgt werden sollen, die von Umweltaktivisten als gesundheitsschädlich bezeichnet werden, ist die Aufregung groß. So ergeht es derzeit einer Vielzahl von Bürgern der Vaihinger Ortsteile Gündelbach und Horrheim.

Denn zwischen den beiden Ortschaften befindet sich die Deponie Burghof – und auf dieser will die Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreises Ludwigsburg (AVL) im nächsten Jahr freigemessenen Bauschutt – genauer gesagt, Abfälle aus dem Atomkraftwerk in Neckarwestheim – abladen. Seit dies bekannt geworden ist, ist nicht nur ein Streit darüber entbrannt, was als giftig und gesundheitsschädlich angesehen werden kann. Eine Vielzahl an Bürgern will die Entsorgungspläne nicht hinnehmen. Sie bezeichnen den Bauschutt eben genau als solches: Als gesundheitsschädlichen und „radioaktiv belasteten Abfall“, wie sich zum Beispiel die Interessengemeinschaft Schwieberdingen/Horrheim ausdrückt.

Die AVL hingegen, die Anfang Dezember auf einer Informationsveranstaltung in Horrheim viel Kritik auf sich zog, betont, dass der Abfall nicht gesundheitsschädlich sei. Das Risiko eines schweren Gesundheitsschadens liege bei einer Wahrscheinlichkeit von 1:10 Millionen im Jahr, heißt es auf PZ-Anfrage. „Aber auch dieses geringe Risiko könnte nur dann eintreten, wenn eine Person tatsächlich mit der maximalen Strahlendosis belastet würde, was nur in wenigen Fällen möglich sein kann.“ Die Abfälle aus dem Atomkraftwerk Neckarwestheim müssen laut gesetzlicher Regelung auf den Deponien der umliegenden Landkreise entsorgt werden.

Ein Abladen dieser Materialien auf der Deponie Hamberg in Maulbronn steht nicht zur Debatte. Rein technisch wäre es zwar möglich, die Deponie als solche also geeignet. Allerdings sei dies laut Geschäftsführer Karl-Heinz Zeller in der Betriebsordnung ausdrücklich ausgeschlossen. Zudem bestünde dazu keine Erlaubnis vonseiten des Regierungspräsidiums Karlsruhe. Da es in der näheren Umgebung des Enzkreises keine Atomkraftwerke gibt, sieht man sich nicht in der Verpflichtung, Bauschutt aus anderen Landkreisen entsorgen zu müssen, weshalb man sich mit der gesonderten Benutzungsordnung abgesichert hat.

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