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Fast eine Stunde lang stellte Christine König (links) die Planungen für die verschiedenen Bereiche des Luigareals vor. Sie gehört dem Stuttgarter Architekturbüro an, dass sich um die große Gewerbebrache kümmert. Als Bauamtsleiterin kümmert sich Ottilie Läkemäker ebenfalls um das Projekt.
Fast eine Stunde lang stellte Christine König (links) die Planungen für die verschiedenen Bereiche des Luigareals vor. Sie gehört dem Stuttgarter Architekturbüro an, dass sich um die große Gewerbebrache kümmert. Als Bauamtsleiterin kümmert sich Ottilie Lä © Kohler
23.03.2011

Bürger werden rund ums Thema Luigareal informiert

ILLINGEN. In der Stromberghalle hat die Gemeinde Illingen über die Pläne für das Luigareal informiert. Dass das Gebiet über ein neues Heizwerk auf dem Schulgelände versorgt werden soll, sehen etliche Bürger kritisch.

Beim Umgang mit dem Thema haben sich Parallelen zu der am Rande von Illingen geplanten Ansiedlung eines Kletterwalds gezeigt. Das gilt vor allen Dingen für die Art der Kritik. Anders als in Sachen Kletterwald sind die Weichen für die Belebung des Luigareals im Gemeinderat öffentlich gestellt worden. Trotzdem haben erneut Bürger das Gefühl, vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden.

Dieses Mal entzündet sich der Protest an einem Heizwerk. Dieses soll nicht auf dem Luigareal angesiedelt werden, sondern ein paar hundert Meter entfernt auf dem Schulgelände. Aus Sicht der Gemeinde bietet sich dabei die Chance, im Ortszentrum zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Kurzfristig soll die Schule beheizt werden, mittelfristig wäre der Anschluss der Wohnungen und Geschäfte, die im Luigareal entstehen sollen, zumindest erwünscht. Eine Anschlussverpflichtung gibt es nicht.

Bei der jüngsten Informationsveranstaltung betonten die Redner innerhalb von zwei Stunden wiederholt, zur Ansiedlung des Heizwerks nahe der Schule gebe es keine sinnvolle Alternative. Die Kritiker überzeugte das nicht. „Das Schulzentrum wird der weitaus größte Abnehmer sein“, sagte Hans Büch, von den Stadtwerken Dinslaken, die im Rahmen einer Ausschreibung den Zuschlag für die Anlage bekommen haben. „Das hören wir die ganze Zeit“, entgegnete ein Standort-Kritiker. „Es ist eben so“, sagte Büch daraufhin kurz und knapp.
Der Gast aus Nordrhein-Westfalen zeigte sich einigermaßen verwundert, zum Beispiel darüber, dass sich einige der 80 Besucher bei der Veranstaltung darüber ereiferten, dass im Winter voraussichtlich jeden Morgen ein Lastwagen mit den zur Verfeuerung benötigten Holzhackschnitzel zur Schule fahren dürfte. Da die Anlieferung schon vor Schulbeginn erfolgen soll, sorgen sich die Kritiker eher als um die Sicherheit der Kinder um ihre Ruhe in der Frühe. Mit emotionalen Redebeiträgen vertraten Anwohner die Meinung, schon ein Laster am Tag beeinträchtige die Lebensqualität merklich. Dabei ließen sie außer Acht, dass in Illingen keine paradiesischen Zustände herrschen, da die Gemeinde bekanntermaßen stark vom Durchgangsverkehr betroffen ist. Dass beim Betrieb der Anlage kaum Kohlenstoffdioxid entstehen soll, schien die Zuhörer nicht weiter zu beeindrucken.

Auch bei den Plänen für das Luigareal selbst wurde aus der eigenen Betroffenheit heraus argumentiert. Dort sollen unter anderem Grünflächen entstehen, die Straße teilweise angehoben und der Erbbach renaturiert werden. Manche befürchten aufgrund der Pläne ein erhöhtes Hochwasserrisiko – zu unrecht, wie Illingens Bürgermeister Harald Eiberger versicherte.
Ebenso schmeckt es einigen Anwohnern nicht, dass im Bereich der Wilhelmstraße die Ansiedlung einer Gaststätte möglich wäre. Auf der einen Seite wurde der Bedarf hinterfragt, es gebe schon genügend Wirtschaften, die nicht einmal alle gut liefen. Auf der anderen Seite setzten die Kritiker voraus, dass eine Neuansiedlung im Ortskern unweigerlich eine starke Lärmbelästigung nach sich ziehen würde.