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Die DRKler aus Maulbronn: Markus Mannuß, Andreas Engelhardt, Martina Eckert, Thomas Haalboom, Wolfgang Haalboom und Jens Breining (von links).
Die DRKler aus Maulbronn: Markus Mannuß, Andreas Engelhardt, Martina Eckert, Thomas Haalboom, Wolfgang Haalboom und Jens Breining (von links). © privat
19.09.2011

Bundessieg für Maulbronner Rotkreuzler

MAULBRONN. Die Sanitäter aus der Klosterstadt gewinnen den 52. Wettbewerb der DRK-Bereitschaften und sichern sich somit die Qualifikation für den Europäischen Erste-Hilfe-Wettbewerb 2012.

Das Deutsche Rote Kreuz hat am Wochenende im thüringischen Ohrdruf die besten Ersthelfer Deutschlands gesucht. An zwölf anspruchsvollen Wettbewerbsstationen auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf wurde das Können der teilnehmenden 16 Erste-Hilfe-Teams geprüft. Am Ende standen die Mitglieder der Maulbronner DRK-Ortsgruppe als Sieger fest und qualifizierten sich somit für den Europäischen Erste- Hilfe-Wettbewerb 2012 in Irland.

Der Truppenübungsplatz Ohrdruf hat sich dabei als idealer Schauplatz für spektakuläre Notfallszenarien, die von den Teilnehmern zu meistern waren, herausgestellt. Über acht Stunden lang wurden die Gruppen, die aus jeweils sechs Mitgliedern bestanden, geprüft. Hierzu wurden mit Hilfe von Komparsen Notfälle wirklichkeitsnah in Szene gesetzt. Brennende Fahrzeuge, offene Brüche, lebensbedrohliche Blutungen, Verbrennungen, Explosionen, Amputationen und Kreislaufstillstände brachten die Helfer an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Galt es doch unter den kritischen Augen der Schiedsrichter, alle Hilfeleistungen korrekt und im Rahmen des Zeitlimits durchzuführen. Besonders herausfordernd war es für die Helfer, in einem stockdunklen Haus mehrere Opfer einer Drogenparty zu finden und medizinisch zu versorgen. Neben den „handwerklichen“ Fähigkeiten der Notfallversorgung durfte die einfühlsame Patientenorientierung nicht zu kurz kommen. „Gerade der in Not geratene Mensch, der hilflos und verängstigt ist, bedarf einer besonderen Zuwendung“, erklärt Wolfgang Haalboom, einer der Maulbronner Sieger.

Darüber hinaus wurde das Wissen über die Geschichte des Roten Kreuzes und seines Gründers Henry Dunat, über die Genfer Abkommen und die Rotkreuz-Grundsätze in einem Test abgefragt. Ebenfalls mussten praktische Aufgaben zum Thema „Technik und Sicherheit“ gelöst werden.

Besonders groß war die Freude über den Sieg der Maulbronner DRK-Mitglieder bei Martina Eckert aus Sternenfels: „Ich kann es noch gar nicht glauben. Mit dem Sieg hätte ich nie gerechnet.“ Der Ölbronner Jens Breining und Andreas Engelhardt aus Schmie betonten, wie wichtig das Gelernte für die realen Einsätze der „Helfer vor Ort“ sei. Das Team um die Brüder Thomas und Wolfgang Haalboom sowie um Markus Mannuß nahm insgesamt zum fünften Mal am Bundeswettbewerb der Bereitschaften teil und hatte bereits 2003 sowie 2006 den Sieg errungen. Zudem wurde die Gruppe vor wenigen Monaten baden-württembergischer Landessieger. Für Thomas Haalboom, den Vorsitzenden des Ortsvereins Maulbronn, war der jetzige Erfolg „eine klasse Leistung, die die hohe Qualität der Ausbildung in Maulbronn zeigt“.

Neben dem Bundessieg bei den Rotkreuz-Bereitschaften konnte man auch den Qualifikations-wettbewerb zur Teilnahme am Europäischen Erste-Hilfe-Wettbewerb für sich entscheiden. An diesem Vergleich nahmen zusätzliche Teams des Jugendrotkreuzes und der DRK-Wasserwacht teil.Als Vertreter des Deutschen Roten Kreuzes treten nun die Ersthelfer aus Maulbronn im Juli 2012 beim Europäischen Erste-Hilfe-Wettbewerb in Irland an, bei dem rund 30 Mannschaften aus ganz Europa erwartet werden. Wolfgang Haalboom, der die Wettbewerbsgruppe führt, hat selbst schon an zwei europäischen Wettbewerben teilgenommen. „Wir hoffen auf eine gute Platzierung in Irland. Neben einer erfolgreichen Teilnahme ist die Begegnung mit anderen Rotkreuzfreiwilligen aus Europa aber bereits ein großer Gewinn“, so Haalboom. max/pm