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Die Buslinie von Iptingen nach Nußdorf soll eingestellt werden.
Die Buslinie von Iptingen nach Nußdorf soll eingestellt werden. © dpa-Archiv
23.09.2010

Buslinie über die Kreisgrenze vor dem Aus

WIERNSHEIM. Der Bus von Iptingen nach Nußdorf fährt ab Dezember nicht mehr. Nach zweijähriger Probephase sagt der VPE: Es lohnt sich nicht. Durchschnittlich nutzt nicht einmal ein Fahrgast pro Fahrt den Bus der Linie 713.

Obwohl Axel Hofsäß, Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Pforzheim-Enzkreis (VPE) skeptisch war, ist die Busverbindung vom Wiernsheimer Teilort Iptingen über die Kreisgrenze nach Nussdorf vor zwei Jahren eingerichtet worden. Nun wird sie zum Fahrplanwechsel im Dezember eingestellt.

Miese gemacht

Acht Fahrten wurden unter der Woche pro Tag angeboten. Laut Hofsäß saßen durchschnittlich 0,8 Personen pro Fahrt im Bus. In Zahlen sieht das so aus: Die Buslinie koste pro Jahr 13 000 Euro, dem stünden 700 Euro an Ticketeinnahmen gegenüber. Damit war für den VPE klar: „Es lohnt sich nicht.“ Deshalb wird die Linie 713, die Wiernsheim, Serres und Iptingen verbindet ab Dezember wieder in Iptingen enden, das Stück nach Nussdorf wird gekappt. Laut Hofsäß dieses Jahr die einzige Toureneinstellung im VPE-Gebiet.

Vor rund 20 Jahren gab es bereits einen Busverkehr zwischen Iptingen und Nussdorf. Schon damals wurde er mangels Resonanz eingestellt. Die Gemeinde hatte sich in den vergangenen Jahren dafür eingesetzt, die Busverbindung wieder zu beleben (die PZ berichtete). Bürgermeister Karlheinz Oehler hatte wegen der Bauplätze, die in Wiernsheim an Familien aus Stuttgart verkauft werden, auch die Interessen der nach Stuttgart orientierten Neubürger im Blick.

Allerdings glimmt noch ein Funke Glut in der Asche der kreisübergreifenden Busverbindung. Wenn in Wiernsheim der geplante Bürgerbus losrollt, will der VPE quasi „Starthilfe“ leisten. Die könnte nach Angaben Hofsäß‘ so aussehen, dass sich der Verbund in den ersten drei Jahren mit jeweils 5000 Euro beteiligt und der Bürgerbus dann auch gen Nussdorf rollt. „Dazu muss der Bürgerbus aber erstmal kommen“, betont Hofsäß.

Damit sieht es derzeit allerdings nicht besonders rosig aus. CDU-Gemeinderat und Mitorganisator Willi Bolz erklärte, bisher hätten sich zu wenige ehrenamtliche Fahrer aus der Wiernsheimer Bürgerschaft gemeldet.