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Wird ein Schüler über Wochen oder Monate hin gemobbt, kann das fatale Auswirkungen für dessen psychische Gesundheit haben. Foto: Symbolbild DPA
Wird ein Schüler über Wochen oder Monate hin gemobbt, kann das fatale Auswirkungen für dessen psychische Gesundheit haben. Foto: Symbolbild DPA
Thomas Rathgeb, Schulleiter der Faustschule Knittlingen, und Schulsozialarbeiterin Anne Hopff-Schmidt haben an diesem Tisch schon so manchen Konflikt zwischen Schülern und auch Eltern ausgetragen. Foto: Schrader
Thomas Rathgeb, Schulleiter der Faustschule Knittlingen, und Schulsozialarbeiterin Anne Hopff-Schmidt haben an diesem Tisch schon so manchen Konflikt zwischen Schülern und auch Eltern ausgetragen. Foto: Schrader
22.05.2019

Damit der Schulhof nicht zum Tatort wird: So geht die Schule in Knittlingen gegen Mobbing vor

Knittlingen. Es gibt vermutlich keinen Schulhof in Deutschland, auf dem noch nie beleidigt, geschubst oder gespuckt wurde. Streitereien zwischen Schülern gehören schon immer zum Schulalltag. Genauer hinschauen müssen Schulleitung und Sozialarbeiter dann, wenn solche Vorkommnisse regelmäßig vorkommen und sich auf ein und die selbe Person konzentrieren. Dann nämlich handelt es sich um Mobbing.

PZ-Informationen zufolge gibt es Eltern in Knittlingen, die behaupten, dass die Dr.-Johannes-Faustschule eben genau damit große Probleme habe. Schulleiter Thomas Rathgeb erklärt im Gespräch mit der PZ: „Ja, wir haben immer wieder Konflikte zwischen Schülern, die wir auch stets sehr ernst nehmen – sofern uns diese bekannt sind. Die Frage ist nur, ob man diese als Mobbing bezeichnen kann.“ Auch eine der drei Schulsozialarbeiterinnen, Anne Hopff-Schmidt, bekräftigt: „Dass ein Schüler über längere Zeit – physisch oder psychisch – gequält oder erpresst wurde, habe ich in meinen sieben Jahren an dieser Schule glücklicherweise noch nie miterleben müssen.“ Damit es dazu erst gar nicht kommt, nähmen sie und Rathgeb jeden Hinweis auf einen Konflikt sehr ernst.

Diese entstünden oft außerhalb der Schule über den Chat-Dienst „WhatsApp“ und würden dann auf den Pausenhof getragen. Beleidigungen und Drohungen seien über das Internet schnell ausgesprochen, würden manchmal auch falsch verstanden. In der Schule komme es dann zum Streit. „WhatsApp ist nicht umsonst erst ab 16 Jahren“, sagt Hopff-Schmidt. „Das ist ein Medium, mit dem Kinder ganz schlecht umgehen können.“ Deshalb sollten Eltern je nach Alter des Kindes ein Auge darauf haben, sich aber lieber nicht aktiv in den Chat einmischen. Denn leider entstünden Konflikte zwischen Schülern auch immer wieder durch die Einmischung der Eltern.

Wenn ein Schüler ihr davon berichtet, von anderen geärgert zu werden, erarbeite sie zusammen mit dem Schüler ein Tagebuch, in dem dieser aufschreibt, wann und wo dies passiert ist und wer sich daran beteiligt hat. Letztlich setzen sich alle Beteiligten mit der Schulsozialarbeiterin an einen Tisch. „Wir konnten bis jetzt jeden Konflikt lösen“, so Hopff-Schmidt.

Mehr lesen Sie am Donnerstag, 23. Mai,. in der „Pforzheimer Zeitung“ (Ausgabe Mühlacker) oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.