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In der Nähe des Illinger Ecks könnte das interkommunale Gewerbegebiet Platz finden. Foto: Cichecki
In der Nähe des Illinger Ecks könnte das interkommunale Gewerbegebiet Platz finden. Foto: Cichecki
07.09.2018

Debatte um neue Gewerbestandorte zwischen Mühlacker und Illingen nimmt neue Fahrt auf

Mühlacker/Illingen. Die Debatte um mögliche neue Gewerbestandorte reißt nicht ab – weder in Illingen noch in Mühlacker. Gerade in der Senderstadt ist das Thema ein Dauerbrenner mit dem Potenzial, den Gemeinderat zu entzweien. Entweder, weil man neue Flächen generell ablehnt (wie die LMU), weil es einem nicht schnell genug geht mit der Ausweisung neuer Flächen (FDP) oder weil man sich (noch) nicht auf Standorte einigen kann (CDU, FW, SPD).

Als mögliche Königslösung könnte daher eine bereits seit Jahren immer wieder vorgebrachte Idee gelten: die Schaffung eines interkommunalen Gewerbegebiets zwischen Illingen und Mühlacker. Zwar hat der Illinger Gemeinderat im Mai dieses Jahres in einer äußerst engen Abstimmung abgelehnt, dass die Kommune mit der Stadt Mühlacker weitere ergebnisoffene Gespräche über das Projekt führt. Doch das Thema ist, wie in Gesprächen immer wieder zu hören ist, auf beiden Seiten längst noch nicht abgehakt.

„Wenn es seitens des Gemeinderates einen neuen Antrag gibt, dann folgen auch wieder Beratungen“, sagt Illingens Bürgermeister Harald Eiberger. Bislang hätten sich bei dem Thema allerdings die Rahmenbedingungen nicht verändert. „Die Gemeindeverwaltung würde sich weiteren Gesprächen aber nicht verschließen“, so Eiberger.

Auch Mühlacker Oberbürgermeister Frank Schneider ist einer Wiederaufnahme der Gespräche nicht abgeneigt. Er betont jedoch, dass es dazu eines Signals aus Illingen bedürfe. „Noch steht die Ampel auf rot. Schaltet sie auf gelb oder gar grün, sind wir natürlich offen.“

Und tatsächlich scheinen sich die Dinge derzeit in diese Richtung zu bewegen, wie eine Recherche der PZ zeigt: „Ich halte das Vorhaben für eine gute Idee“, sagt Mühlackers Freie Wähler-Chef Rolf Leo. Das Areal rund ums Illinger Eck böte sich für ein solches Projekt einfach sehr gut an, da man direkt an zwei Bundesstraßen liege. „Wichtig ist jedoch, dass es ein Vorhaben auf Augenhöhe wird“, betont Leo.

Auch CDU-Sprecher Günter Bächle möchte weitere Gespräche führen. „Die Illinger, die bislang dagegen waren, könnte man mit guten Argumenten sicher überzeugen“, glaubt Bächle an eine Chance, eine für beide Seiten tragfähige Lösung zu finden und bekommt Unterstützung von Karin Münzmay (SPD). „Wir würden es begrüßen, wenn sich das Gebiet mit Illingen realisieren ließe und bleiben in dieser Sache auf jeden Fall am Ball“, verspricht Münzmay. Gespräche mit Illinger Gemeinderäten hätten gezeigt, dass man dem Thema offener gegenüberstehe, als die Abstimmung im Mai ausgedrückt habe.

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