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Stürmisch war es am Donnerstag Abend in Mühlacker und dem Enzkreis.
Stürmisch © dpa
12.11.2010

Die stürmische Carmen und der Martini-Sommer

MÜHLACKER/ENZKREIS. Schnell noch alles sturmfest machen – das war die Devise am Donnerstagabend, als das Tief mit dem temperamentvollen Namen Carmen die ersten Böen in den Enzkreis schickte. Am Morgen danach zeichnete sich ab, dass der Herbststurm sich gnädig gezeigt hat. Und mehr noch: Carmen klingt nicht nur nach Sonne und einem Hauch Mittelmeer – sie bringt gewissermaßen in ihrem Windschatten diesen Hauch mit. Fürs Wochenende werden laut Deutschem Wetterdienst für Mühlacker und drumherum bis zu 18 Grad Wärme erwartet.

Windig bleibe es zwar noch eine Weile, sagte gestern Rolf Siegle, Meteorologe vom Dienst beim Deutschen Wetterdienst in Stuttgart, aber das sorge auch dafür, dass es nachts nicht allzu stark abkühlt. Schon gestern fühlte sich der Morgen deutlich milder an als an den Tagen zuvor. Und der Blätterwirbel sah so richtig nach Bilderbuchherbst aus.

In Mühlacker haben die Meteorologen in der Nacht auf Freitag Böen bis zu Windstärke 8 gemessen, die stärkste war rund 72 Stundenkilometer schnell – weit unter den landesweiten Spitzenwerten von 103 Stundenkilometern. Auch der Regen blieb mit sieben Litern pro Quadratmeter mäßig – allerdings seien solche Daten bei starkem Wind trügerisch.

Im Enzkreis hat der Sturm kaum Schäden hinterlassen. Den größten Wirbel gab es im Nordschwarzwald, wo ein umgestürzter Baum kurz die Bahngleise bei Neuenbürg versperrte. Ansonsten zerrten die Böen an Müllcontainern, Bauzäunen und Blumenkübeln wie in Pforzheim, drückten in Mönsheim Äste in die Straße nach Wimsheim und auf die Landesstraße durch Ersingen und sie kippten eine Baustellenampel an der Friolzheimer Behelfsbrücke über die A 8 um. Der östliche Enzkreis blieb ohne Schadensmeldungen.

Gute Voraussetzungen, um sich einfach den milder werdenden Wind um die Nase wehen zu lassen und sich auf etwas zu freuen, das man volkstümlich Martini-Sommer nennt. hei