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Am 1. August hat Philipp Baumann seinen Dienst in Mühlackers Feuerwache begonnen.  Schierling
Am 1. August hat Philipp Baumann seinen Dienst in Mühlackers Feuerwache begonnen. Schierling
02.08.2017

„Diese Gewaltbereitschaft war mir neu“

Rund sechs Monate ist es her, dass Ralph Keipp Mühlackers Feuerwehr verlassen hat. Dabei hat der Kommandant der Gesamtwehr so manche Baustelle hinterlassen. Diesen will sich nun sein Nachfolger Philipp Baumann widmen. Hinter dem 34-Jährigen liegen aber auch keine leichten Wochen.

PZ: Seit Dienstag leiten Sie die Feuerwehr in Mühlacker. Davor waren Sie zuletzt noch in Hamburg im Rahmen der G20-Ausschreitungen im Einsatz. Da haben Sie sicher andere Dinge erwartet...

Philipp Baumann: Das stimmt. Während des G20-Gipfels war ich im Einsatzgeschehen direkt eingebunden. Meine letzte Tätigkeit war ja auf der Feuer- und Rettungswache in Altona. Das ist die Feuerwache, die mit am meisten betroffen war und die sich direkt im Geschehen befunden hat. Während der heißen Phase war ich an allen Tagen als Feuerwehrbeamter mit eingebunden und hatte viele nicht so schöne Erfahrungen und Erlebnisse. Vor allem an dem Donnerstag, an dem die Demo direkt an der Hafenstraße entlang zog. Da hatte ich ein mulmiges Gefühl. Und am Freitag erreichte das Ganze ja eine weitere Eskalationsstufe der Ausschreitungen. Das muss man nicht noch mal mitmachen. An den Tagen war jeder Feuerwehrbeamte und jede Polizeikraft gefordert.

PZ: Hatten Sie so etwas vorher schon einmal erlebt?

Demos habe ich einige mitgemacht in den vergangenen Jahren – aber diese Gewaltbereitschaft der Demonstranten war mir auch neu. Ich muss aber auch klar dazu sagen: Von den Demonstranten, mit denen ich es zu tun hatte, kam keiner aus Hamburg. Sie kamen aus Europa und aus Deutschland – aber waren keine Hamburger. Und ich wage auch zu bezweifeln, dass sie alle linksmotiviert waren. Das waren Jugendliche und junge Heranwachsende, die einfach nur Gewalt gesucht haben.

PZ: In Mühlacker dürften Sie andere Sorgen haben. Unter ihrem Vorgänger herrschte zuletzt viel Unruhe in der Wehr.

Ich kenne meinen Vorgänger nicht. Ich nehme mich jetzt erstmal ganz wertfrei und neutral den Aufgaben an. Da kommt ein hohes Arbeitspensum auf mich zu. Ich freue mich auf die zu erledigenden Aufgaben und auf die Kameraden der Feuerwehr. Ich denke, es wird anders als in Hamburg. Zu meinem Tätigkeitsfeld gehören jetzt mehr Bürotätigkeiten, die zu erledigen sind. Hier sind ja viele Projekte geplant. Ich freue mich, den Neubau der Feuerwache begleiten zu dürfen und vom Spatenstich an dabei zu sein. Dieser ist übrigens am 14. Oktober geplant.

PZ: Hatten Sie schon Gelegenheit, sich die Pläne anzuschauen?

Ich habe mir die Pläne jetzt im Vorfeld einmal angesehen. Das ist ein rundes Projekt. Ich glaube, der Neubau der Feuerwache ist absolut notwendig, wenn man sich das derzeitige Gebäude anschaut. Viele Fahrzeuge müssen schon in Hallen ausgelagert werden. In eine Stadt wie Mühlacker gehört eine vernünftige Feuerwache. Weil hier gar nicht wenig Einsätze anfallen, man Überlandhilfe fährt und die Zentralwerkstätten hier angesiedelt sind. Ich finde, im Ganzen ist das ein gutes Projekt, und die Pläne sehen erstmal schlüssig aus.

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