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Was passiert wann im Pro Zwo? Nachdem das Jugendhaus im Wertle schon 2012 abgerissen werden soll, muss eine Übergangslösung her.
Was passiert wann im Pro Zwo? Nachdem das Jugendhaus im Wertle schon 2012 abgerissen werden soll, muss eine Übergangslösung her. © Lutz
26.04.2011

Diskussion um neues Jugendhaus bewegt die Gemüter

MÜHLACKER. Vor den Beratungen des Gemeinderats über das Raumprogramm für ein neues Jugendhaus haben sich die CDU-Stadträte bei einem Besuch im Jugendhaus „Pro Zwo“ informiert. Die beiden hauptamtlichen Mitarbeiter, Gudrun Sauter und Viktor Hansch, standen dabei Rede und Antwort.

Matthias Trück, Mitglied der CDU-Fraktion und als Vertreter des Gemeinderats Vorsitzender des Jugendhausvereins, schilderte den Stand der Diskussion zwischen Verein und Stadtverwaltung über das neue Raumprogramm. Derzeit stehen für die Arbeit 680 Quadratmeter Fläche zur Verfügung. Die Baukosten von rund einer Million Euro, als neue Grundlage für die Überlegungen der Stadtverwaltung, reichen für etwa 340 Quadratmeter. Mitarbeiter, Jugendhausrat und Trägerverein halten eine Fläche von mindestens 450 Quadratmeter für notwendig. „Wir wollen, dass sich endlich auch der Gemeinderat in die Diskussion einbringen kann und haben deshalb eine rasche Behandlung des Themas verlangt“, sagte Fraktionsvorsitzender Günter Bächle. Ursprünglich sei die Verwaltung von 1,5 Millionen Euro Kosten für einen Neubau und damit 550 Quadratmeter Fläche ausgegangen. Da seien 340 Quadratmeter, so die Stadträte, allzu knapp bemessen. Die vom Jugendhaus angemeldeten 450 Quadratmeter bedeuteten schon einen Kompromiss.

Klarheit für Übergangslösung

Nachdem das Jugendhaus im Wertle schon 2012 abgebrochen werden soll, müsse bald Klarheit für eine Übergangslösung geschaffen werden. Darin waren sich die Gesprächsteilnehmer laut Pressemitteilung der CDU-Gemeinderatsfraktion einig. Da während der Dauer der kleinen Gartenschau das neue Jugendhausgebäude noch als Treffpunkt genutzt werden müsse, stehe es für die offene Jugendarbeit erst nach Ende der kleinen Gartenschau im Spätherbst 2015 zur Verfügung. Das neue Provisorium sei also für gut vier Jahre notwendig. Dass es in dem Übergangsjugendhaus weitaus enger zugehen wird als jetzt, zeichne sich schon jetzt ab. „Wir wollen, dass die offene Jugendarbeit in Mühlacker keine Zwangspause machen muss, sondern nahtlos weitergeht“, fasste der Fraktionsvorsitzende die Position der CDU zusammen.

Offene Jugendarbeit und Vereinsjugendarbeit ergänzten sich, junge Menschen nutzten beide Angebotsformen. Der Lokaltermin hatte mit einem Rundgang begonnen. Jugendhausleiterin Gudrun Sauter sagte, die Stadt gebe für Sachaufwendungen einen Zuschuss von 10 000 Euro pro Jahr, der seit 1983 unverändert sei. Durch Veranstaltungen erwirtschafte sich das Jugendhaus zusätzliche Einnahmen, die in die Programmgestaltung fließen würden. Viel Zeit und Energie steckten die jungen Besucher auch in die Ausgestaltung von Räumlichkeiten. Sie hatten einen hübschen Aufenthaltsbereich im Innenhof des Gebäudes geschaffen. Stadtrat Wolfgang Schreiber griff den Ball auf und sagte, auch bei der Ausgestaltung eines neuen Jugendhauses solle den jungen Menschen Spielraum gegeben werden. Dadurch ließen sich auch Investitionskosten reduzieren.

Steigende Besucherzahlen

Das „Pro Zwo“ weise steigende Besucherzahlen auf, sagte Sauter. Inzwischen gebe es einen Kinder-Klub. Stolz sei man auf einen funktionierenden Jugendrat als Vertretung der Jugendhausbesucher auch im Vorstand des Trägervereins. Bei der jüngsten Wahl hätten sich 16 Kandidaten für neun Posten gefunden, insgesamt seien etwa 1600 Stimmen von den Besuchern abgegeben worden. Sauter: „Das waren fast doppelt so viel wie bei der Wahl zuvor.“ Durch das Rauchverbot in den Räumen seien junge Menschen auch vor dem Gebäude anzutreffen. Wichtig sei deshalb ein Freibereich. Der vorgesehene Standort des neuen Jugendhauses am Ende des B-10-Stegs beim Rathaus zum Enzvorland hin wird positiv gesehen: Der Platz sei zentral gelegen, habe keine unmittelbaren Nachbarn und sei auch mit dem Bus gut zu erreichen. pm