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26.10.2010

Diskussionsabend der Arbeitskreise Kirche und Sport aus Württemberg und Baden in Maulbronn

MAULBRONN. Im Evangelischen Gemeindezentrum machte Maulbronns Bürgermeister Andreas Felchle zu Beginn klar, dass es aus seiner Sicht längst nicht mehr an Angeboten fehlt. Sportvereine und Kirchengemeinden seien guten Willens, für Menschen am Rand der Gesellschaft vielfach aber trotzdem nicht interessant.

Bildergalerie: Diskussionsveranstaltung der Arbeitskreise "Kirche und Sport"

„Wir spielen nicht mit den Schmuddelkindern“, sagte dann Andreas Schmid von der baden-württembergischen Sportjugend. Im Allgemeinen zeige sich bei Menschen die Tendenz, sich in homogenen Gruppen zu bewegen. Dass es nicht nur am Willen liegt, sondern Geld eine große Rolle spielen kann, verdeutlichte der frühere Gewichtheber Oliver Caruso. Anders als seine Tochter hätte er als Sohn eines Maurers und einer Putzfrau nie Tennisstunden nehmen können. Sicher sei es kein Zufall, dass er beim Gewichtheben auf viele Hauptschüler und Kinder mit Migrantenkinder stoße.

Nein, ein Schmuddelkind sei er nicht gewesen, sagte Caruso. Er habe ein gutes deutsch-italienisches Elternhaus gehabt, doch habe es nicht für ein Auto und nicht für Reisen gereicht. „Ich bin mit 14 zum ersten Mal geflogen, meinen ersten Urlaub hatte ich als Sportler“, erzählte Caruso. Mit viel Fleiß habe er sich Erfolge und damit über zwei Jahrzehnte auch einen gewissen Wohlstand erarbeitet. Das gilt auch für Uwe Hück. Der Porsche-Betriebsratschef aus Mühlacker sagte: „Menschen, die noch nicht Fuß gefasst haben, müssen wir fordern und fördern.“ Um erfolgreich zu sein brauche es Disziplin, lernen könne man die beim Sport, doch müsse einem die Vereinsmitgliedschaft auch etwas wert sein. Auch er mache Fehler, sei aber etwa für Kampfsportler beim FSV Buckenberg ein Vorbild. Hück ist es auch wichtig, die Menschen in ihrer Verschiedenheit akzeptiert werden: „Nicht jeder kann ein Ingenieur sein, es braucht auch Friseure oder Pfarrer“.