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In den Räumlichkeiten der GSI in Mühlacker bieten sich Flüchtlingen viele Möglichkeiten. Bei einem Besuch von Sozialdezernentin Katja Kreeb und Wolfgang Schwaab vom Jugendamt des Enzkreises (hinten links) zeigte Detlef Gengenbach (vorne links) dem 16-jährigen Tekleweini aus Eritrea (rechts) im vergangenen Jahr, wie man Elektroschrott auseinanderbaut. Das Konzept der Betreuung erläuterte GSI-Geschäftsführer Gerd Schulz (Mitte). PZ-Archiv
In den Räumlichkeiten der GSI in Mühlacker bieten sich Flüchtlingen viele Möglichkeiten. Bei einem Besuch von Sozialdezernentin Katja Kreeb und Wolfgang Schwaab vom Jugendamt des Enzkreises (hinten links) zeigte Detlef Gengenbach (vorne links) dem 16-jährigen Tekleweini aus Eritrea (rechts) im vergangenen Jahr, wie man Elektroschrott auseinanderbaut. Das Konzept der Betreuung erläuterte GSI-Geschäftsführer Gerd Schulz (Mitte). PZ-Archiv
28.02.2017

Drei-Stufen-Plan für den Arbeitsmarkt - Debatte um Jobs für Flüchtlinge geht in Mühlacker in die nächste Runde

Nein, sonderlich erfolgreich ist der erste Versuch nicht verlaufen, den die Stadt Mühlacker unternommen hat, um Flüchtlingen im Bauhof, bei der Stadtgärtnerei sowie als Hilfskräfte bei der Feuerwehr einen Job zu verschaffen.

Denn wie berichtet waren manche der Asylsuchenden bereits nach wenigen Tagen einfach gar nicht mehr zur Arbeit erschienen. An manch anderer Stelle hingegen scheint die Integration in den Arbeitsmarkt zu funktionieren. Wie kann das sein?

Wer nach den Ursachen forscht, weshalb es in manchen Fällen gelingt, Flüchtlingen einen Job zu vermitteln, in anderen Fällen hingegen nicht, landet naturgemäß irgendwann bei Gerd Schulz, dem Geschäftsführer der Gemeinnützige Service- und Integrations-Gesellschaft Enzkreis (GSI) mit Sitz in Mühlacker. Schulz und sein Team sind Experten darin, Arbeitslosen eine neue Chance zu bieten – und spätestens seit der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 wissen Schulz und seine Mitarbeiter auch um die herausfordernde Thematik, Asylsuchende auf eine Arbeitsstelle vorzubereiten und ihnen schließlich einen Job zu vermitteln.

„Ohne die Umsetzung eines Drei-Stufen-Plans wird dieses Unterfangen nicht gelingen“, erklärt Schulz im Gespräch mit der PZ. Denn die Flüchtlinge müssten, bevor sie ein Praktikum oder eine Arbeitsstelle antreten, zunächst in einem ersten Schritt sozial betreut werden. Dies sei beispielsweise in den Räumlichkeiten der GSI möglich, wo man die Asylsuchenden nicht nur in verschiedenen Bereichen zur Probe arbeiten lassen könne, sondern ihnen auch die Wichtigkeit von Werten wie Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit nahebringen könne. In einem zweiten Schritt sei zudem die Sprachförderung wichtig. „Danach ist es dann an der Zeit, sich im Rahmen eines Praktikums oder eines Minijobs im Arbeitsalltag zu beweisen“, sagt Schulz. Er ist überzeugt: Es geht nur über diesen langfristigen, dafür jedoch nachhaltigen Weg. Bislang habe man mit diesem Konzept gute Erfahrungen gemacht – ab April erwartet man bei der GSI neue Asylsuchende, die man für die Jobsuche vorbereiten möchte.

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