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Bei einem Feuer in einer Firma in Dürrn ist in der Nacht zum Freitag horrender Schaden entstanden. © PZ
29.04.2011

Dürrner Firma völlig ausgebrannt - Raumsuche beginnt

ÖLBRONN-DÜRRN. Eine Werkzeugbaufirma in Dürrn ist am frühen Freitagmorgen ausgebrannt. Die Polizei schätzt den Schaden auf Hunderttausende Euro. Die Firma sucht Räume, um schnellstmöglich weitermachen zu können.

Bildergalerie: Großfeuer richtet in Dürrn Schaden von mehreren Hunderttausend Euro an

Es war ein lauter Knall, von dem die Menschen im Dürrner Gewerbegebiet West noch am Morgen nach dem Brand sprachen. Ein Nachbar sei, durch das Explosionsgeräusch aufgeschreckt, auf die Straße geeilt und habe dort die Flammen hoch aus dem Betriebsgebäude einer Firma schlagen gesehen, die kleinste Gussteile aus Metall und Kunststoff herstellt und über einen eigenen Werkzeugbau verfügt. Es war 0.20 Uhr am Freitagmorgen, als der Alarm bei der Feuerwehr einging. Die Einsatzkräfte aus Ölbronn-Dürrn sahen den Feuerschein schon beim Anrücken. Stark zwei Stunden lang kämpften sie und ihre Unterstützung von den Feuerwehren Ötisheim, Mühlacker, Kieselbronn und Illingen gegen den Brand – und dagegen, dass sich das Feuer weiter ausbreitete.
Wie groß die Gefahr war, erkennt man am Morgen beim Blick auf das viele Holz, das im angrenzenden Holzbau-Unternehmen gelagert ist – nur wenige Meter war es von den Flammen entfernt. Die Feuerwehr hat den Brand dennoch eingegrenzt. Ein Sonderlob erhalten die Einsatzkräfte von Kreisbrandmeister Christian Spielvogel schon allein dafür. Und auch Ölbronn-Dürrns Bürgermeister Norbert Holme, der wie Spielvogel die Löscharbeiten persönlich verfolgt hatte, lobte den Löscheinsatz, den die Ölbronn-Dürrner Wehr leitete.

Für Holme ging der Blick aber bereits in den frühen Morgenstunden über auf die betroffene Firma. Die hat das Feuer, das nach einer ersten Einschätzung der Polizei ein technischer Defekt ausgelöst haben könnte, hart getroffen. Die teuren Spezialmaschinen wurden durch Feuer, Rauch und Löschwasser weitgehend zerstört. Auf mehrere hunderttausend Euro schätzte die Polizei am Freitag den Schaden. Ihre Ermittler waren mit einem vierköpfigen Team gestern auf der abschließenden Suche nach der Brandursache – ein Brandsachverständiger war mit im zerstörten Gebäude.

Vor allem das Obergeschoss bot ein Bild der Zerstörung. Ein Teil der Decke ist dort eingestürzt. Kein Wunder sagt Kreisbrandmeister Spielvogel, dass man in diesem Bereich „von einem Totalverlust“ an den Maschinen ausgehe. Groß seien die Schäden aber auch im unteren Geschoss. Die Metalloberflächen der Geräte seien durch Rauchgase teilweise gerostet.

Am Freitag wurde bei dem Unternehmen mit Unterstützung einer Brandsanierungsfirma gerettet, was zu retten war. Trockner brummten im unteren Stockwerk gegen die Spuren des Löschwassers an. Auf Paletten wurden Geräte nach draußen transportiert. Alles, was noch funktionstüchtig ist, soll in Sicherheit gebracht werden. Auf der anderen Straßenseite wurde ein Zelt aufgebaut, um Schutz zu bieten. Zugleich habe sich die Firma auf die Suche nach Ersatzräumen gemacht, so Bürgermeister Holme, um Lagermöglichkeiten zu haben oder sobald wie möglich wieder weiterzuarbeiten. „Die Gemeinde unterstützt die Firma bei ihrer Lösungssuche so gut sie kann“, so Holme weiter.
Das Unternehmen mit seinen laut Gemeinde rund 45 Beschäftigten beschreibt Holme als eine gut geführte Firma, die sich zuletzt während der Wirtschaftskrise als sehr solide und stabil erwiesen habe. Ein wichtiger Baustein im älteren Teil des Dürrner Gewerbegebiets West, in dem nach der letzten Erweiterung insgesamt rund 550 Menschen arbeiten.

Verletzte hat es bei dem Brand nicht gegeben. Laut Kreisbrandmeister und Polizei war zum Zeitpunkt des Ausbruchs des Feuers niemand im Gebäude. Auch die bis zu 110 Einsatzkräfte der Feuerwehren hatten keine Verletzten zu beklagen. Die Deutsche Presseagentur berichtete gestern von einem Schmelzofen, der in der Firma über Nacht angeschaltet gewesen sei. Die Polizei beließ es vorerst bei der Vermutung eines technischen Defekts. Die jetzt laufenden Ermittlungen sollen Klarheit schaffen. Die Zeugenberichte über eine mögliche Explosion lassen laut Kreisbrandmeister Spielvogel noch keine klaren Rückschlüsse zu. Auch Rauchgase könnten beispielsweise durchzünden und explodieren.