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Foto: Symbolbild
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16.09.2015

Ehestreit im Alkoholrausch: Frau sticht in Knittlingen auf Ehemann ein

Knittlingen. Dienstagvormittag in Knittlingen. Zuerst fließt reichlich Alkohol, dann kommt es zu einer wohl lautstarken Auseinandersetzung und am Ende des Ehestreits, so vermutet es die Polizei, sticht eine 51-jährige Frau gegen 11.20 Uhr auf ihren 54-jährigen Mann ein. Der 28-jährige und in den Wohnräumen anwesende Sohn alarmiert die Polizei. Und die muss nun das Rätsel um Ursache und Ablauf der blutigen Auseinandersetzung sowie um die Tatwaffe klären.

Ersten Gerüchten aus Knittlingen zufolge soll es sich um aus Russland stammende Deutsche handeln, die öfter einmal nach Alkoholgenuss in Streit geraten seien. Dieses Mal jedoch stach die stark alkoholisierte Frau, so Staatsanwaltschaft Pforzheim und Polizei, „vermutlich mit einem Messer auf ihren Mann ein“. Glücklicherweise verfehlte der Stich wichtige Organe. Über den genauen Ablauf des Streits und den exakten Tathergang gibt es von den drei anwesenden Familienmitgliedern anscheinend unterschiedliche oder gar keine Aussagen. Klarheit gibt es auch nicht zur Tatwaffe, die offenbar noch nicht gefunden ist.

Der ebenfalls stark alkoholisierte Ehemann wurde von den alarmierten Rettungskräften in ein Krankenhaus verbracht. Der Ehemann sei, so die Staatsanwaltschaft, außer Lebensgefahr.

Die Tatverdächtige wurde am Mittwochmorgen auf Antrag der Staatsanwaltschaft dem zuständigen Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl, der jedoch gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt wurde. Laut Bernhard Ebinger, Sprecher der Staatsanwaltschaft, laufen die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung. Die Frau hat eine Meldeauflage und muss sich in regelmäßigen Abständen bei der örtlichen Polizei melden, um sicherzustellen, dass sie nicht flüchtet.

Erst Ende März war ein 51-jähriger Mann in Zaisersweiher erstochen worden. Der Prozess gegen seine Ehefrau beginnt Ende September. Die Staatsanwaltschaft erhebt Mordanklage. Verhandelt wird öffentlich vor dem Schwurgericht am Landgericht in Karlsruhe. Laut dessen Pressereferent sind fünf Termine festgesetzt. Auftakt ist am Dienstag, 29. September, um 9 Uhr.

Die Staatsanwaltschaft wirft der Beschuldigten in diesem Fall vor, auf ihren Mann eingestochen zu haben, während dieser schlief und geht deshalb von Heimtücke aus. Denn das 55-jährige Opfer gilt vor der Justiz damit als wehrlos und nichtsahnend. Die 51-jährige Ehefrau des Erstochenen hatte sich nach der Tat selbst verletzt.

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