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Marga Kucher, Kreissenioren-Rätin
Marga Kucher © Fuchs
09.07.2010

Ein Herz für Senioren in Mühlacker

MÜHLACKER. Die Frau weiß, wo Senioren in Mühlacker der Schuh drückt, welche Sorgen und Nöte sie haben. Kreisseniorenrätin Marga Kucher hat es sich zur (Lebens-)Aufgabe gemacht, für die Rechte älterer Menschen zu streiten und deren Alltag etwas angenehmer zu gestalten.

Stolz erzählt die begeisterte Radfahrerin vom ersten großen Projekt des Kreisseniorenrats Enzkreis – Stadt Pforzheim, dem „Seniorenfreundlichen Service“. Er soll gewährleistet werden, dass sich ältere Menschen in Firmen, Geschäften und öffentlichen Gebäuden bewegen können und ihnen seniorengerechte Produkte und Dienstleistungen angeboten werden.
Wenn ein Betrieb dem Anforderungskatalog gerecht wird, stellt der Kreisseniorenrat ein Zertifikat aus. Wer die Plakette haben will, kann sich beim Kreisseniorenrat bewerben. Anschließend nehmen Marga Kucher und ihre Kolleginnen die Einrichtung unter die Lupe. Auf der Kriterienliste werden unter anderem Freundlichkeit oder die Beratung durch das Personal beurteilt. Das Verkaufspersonal sollte geduldig und hilfsbereit sein und „nicht versuchen etwas aufzuschwatzen“, sagt Kucher. Auch das Angebot sollte übersichtlich präsentiert, so wie die Preise gut zu lesen sein. Dass ein Eingangsbereich barrierefrei sein sollte, gehört ebenfalls zu den Anforderungen. „Wir möchten nicht kleinlich sein. Manche Geschäfte haben einfach viele Stufen und ein Umbau wäre aus zu hohen Kostengründen nicht möglich, aber dann sollte doch wenigstens gewährleistet sein, dass ältere Leute vor der Ladentüre bedient werden können“, erklärt Marga Kucher.

Die Frau eines Kunst- und Museumspädagogen hat sich immer schon sozial für Mühlacker engagiert. So war sie zum Beispiel während den berühmt-berüchtigten 68-ern JUSO-Geschäftsführerin in Mühlacker. Auf die Frage, warum sie sich damals für die SPD entschied erklärt Marga Kucher: „Schon mein Großvater war während des Dritten Reiches im Widerstand der SPD. Das hat mich immer sehr beeindruckt und bereits früh beeinflusst.“ Bis ins Jahr 2008 war sie SPD-Gemeinderats-Mitglied. Nebenbei ist die 69-jährige Mutter eines Sohnes Vorsitzende der Stiftung des Sankt Franziskus Altenheims. „Meine Arbeit besteht darin Präsenz zu zeigen und für die älteren Herrschaften da zu sei“, erklärt Kucher. Mit ihrer Arbeit ist sie noch lange nicht am Ende. Positive Bilanz kann sie aber schon ziehen: „Der Fahrstuhl an der Drehscheibe hat ewig nicht funktioniert, dank meinem Einsatz funktioniert er heute wieder.“