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Nach vielen Jahren beim ZDF mittlerweile bei der Lufthansa tätig: Martin Leutke, der lange Zeit in Maulbronn gelebt hat.  Oliver Rösler / Lufthansa Systems AG
Nach vielen Jahren beim ZDF mittlerweile bei der Lufthansa tätig: Martin Leutke, der lange Zeit in Maulbronn gelebt hat. Oliver Rösler / Lufthansa Systems AG
20.12.2016

Ein Maulbronner ist Pressechef bei der Lufthansa

Maulbronn/Frankfurt. So paradox es klingen mag: Ein neues Umfeld wirkt manchmal wie ein Katalysator für Erinnerungen. Martin Leutke ist es jedenfalls so ergangen, als er vor einigen Monaten vom ZDF, wo er als Reporter und Moderator tätig war, als Leiter für Medienbeziehungen zur Lufthansa nach Frankfurt gewechselt ist. Denn durch die vielen neuen Kollegen und die Erkundigungen, von wo „der Neue“ denn stamme, sind in dem 42-Jährigen viele Erinnerungen aus seiner Kindheit und Jugend zurückgekehrt – an eine Zeit also, die Leutke in Maulbronn verbrachte.

Dorthin war die Familie, die aus Berlin stammt, 1977 gezogen. Rund 20 Jahre lebte Leutke daraufhin in der Klosterstadt. „Ich hatte eine tolle Kindheit. Frei, unbeschwert, glücklich, behütet. Dank an meine Eltern“, sagt Leutke. Neben Erlebnissen aus der Zeit im Kindergarten und in der Schule, Ausflüge auf den Bolzplatz und „die kläglichen Versuche, Schwäbisch zu sprechen“ erinnert sich der Journalist – passend zur Jahreszeit – vor allem an die Weihnachtsgottesdienste in der Klosterkirche. „Sie sind immer noch das Maß aller Dinge, wenn’s um Heiligabend geht“, sagt Leutke, der 1994 am Theodor-Heuss-Gymnasium in Mühlacker sein Abitur machte. „Mit einem mittelprächtigen Durchschnitt – herzliche Grüße an meinen Mathelehrer“, sagt Leutke und lacht.

Seit Oktober ist Leutke nun bei Deutschlands bekanntestem Luftfahrtkonzern beschäftigt – und hatte mit dem Pilotenstreik gleich eine regelrechte Feuertaufe zu bestehen: „Da habe ich innerhalb kürzester Zeit – ohne Hallo-ich- bin-der-Neue-Kaffeetrink-Termine – sehr viele Menschen im Unternehmen kennengelernt.“ Es sei durchaus gewöhnungsbedürftig gewesen, nicht mehr selbst die Fragen zu stellen, sondern als Lufthansa-Sprecher die Antworten zu geben. „In diesem Moment fühlt man doch eine erhebliche Verantwortung“, sagt Leutke, der froh ist, von „hochprofessionellen Kollegen“ umgeben zu sein, die unterstützen und mit viel Geduld Abkürzungen erklären. „Denn die Lufthansa liebt Abkürzungen“, sagt Leutke und lacht.

Kulinarische Erinnerung

Eine Kollegin ist für ihn bereits besonders wichtig geworden – denn diese kommt ebenfalls aus Baden-Württemberg und ihre Verwandtschaft betreibt eine Metzgerei. Von ihr lässt sich Leutke nun regelmäßig Maultaschen mitbringen. Da er sonst nur noch wenig Kontakt hat zur Klosterstadt, in der diese Spezialität der Legende nach erfunden worden sein soll, bleibt ihm Maulbronn so zumindest kulinarisch in ständiger Erinnerung.

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