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Die Enzauen zwischen Mühlacker und Dürrmenz sollen Bestandteil eines für die Senderstadt geplanten Grünprojekts werden. Gestern Abend hat der Gemeinderat Mühlacker die Verwaltung einstimmig beauftragt, die Bewerbungsunterlagen auf den Weg zu bringen.
Die Enzauen zwischen Mühlacker und Dürrmenz sollen Bestandteil eines für die Senderstadt geplanten Grünprojekts werden. Gestern Abend hat der Gemeinderat Mühlacker die Verwaltung einstimmig beauftragt, die Bewerbungsunterlagen auf den Weg zu bringen. © Baumgärtel
21.04.2009

Einstimmig: Bewerbung für "kleine Landesgartenschau"

MÜHLACKER. Die Senderstädter Verwaltung kann ihre Bewerbungsunterlagen für ein Grünprojekt ans Land abschicken. Dies hat der Mühlacker Gemeinderat am Dienstagabend nach eingehender Diskussion einmütig beschlossen.

Die Konzeption war noch einmal in Detailfragen geändert worden, denn Anregungen aus einer Bürgerbeteiligungsrunde waren eingearbeitet worden. Auch die Einstimmigkeit im Gemeinderat war wichtig für die Außenwirkung des Projekts, denn das Abstimmungsergebnis muss den Bewerbungsunterlagen beigefügt werden: Die Entscheidungsträger beim Land wollen sich schnell einen Eindruck davon verschaffen, wie beliebt die Bewerbung um ein Grünprojekt vor Ort ist und mit welcher Publikumsresonanz gerechnet werden kann.

Zuvor hatten Bürgermeister Winfried Abicht sowie Bau- und Planungsamtsleiter Armin Dauner in ihrer Vorlage dargestellt: „Die Verwaltung weist darauf hin, dass Geschlossenheit und Unterstützung aller Beteiligten für ein Grünprojekt wesentlich für eine erfolgreiche Beteiligung sind.“ Die eigentliche Bewerbungsfrist endet übrigens zum 30. April.

Das Mittelzentrum bewirbt sich nun also mit der von der „Planstatt Senner“ vorgelegten Entwicklungskonzeption „Grünprojekt Mühlacker“ für eine so genannte „kleine Landesgartenschau“ im Rahmen des Landesprogramms „Natur in Stadt und Land 2015 bis 2025“. Entsprechend viel Zeit haben die Verantwortlichen, sich auf das Projekt vorzubereiten: Unter der Voraussetzung, dass Mühlacker einen Zuschlag erhält. Vor Jahren war Mühlackers Bewerbung um eine große Landesgartenschau gescheitert.

Mit der Durchführung eines Grünprojekts würde sich seitens der Stadt die Chance für eine grüne, parkähnliche Mitte zwischen Mühlacker und Dürrmenz eröffnen, wobei bestimmte Bereiche, wie etwa im Wertle, völlig neu geordnet werden könnten. Das Gesamtareal soll besser als bisher für die innerstädtische Erholung genutzt werden können, der Neubau eines Jugendhauses könnte konkrete Formen annehmen und nicht zuletzt wäre eine ökologische Aufwertung an Enz und Erlenbach eine Folge des Grünprojekts.

Johann Senner vom Planungsbüro sprach davon, dass mit dem Grünprojekt das Wir-Gefühl in Mühlacker beflügelt werde. Das Enzvorland könne überdies wieder mehr ins öffentliche Bewusstsein rücken. Die neue „grüne Mitte“ werde die Bezeichnung „Enz-Gärten“ tragen, eine Promenade könne beidseitig des Flusses verlaufen. Das neue Jugendhaus werde direkt an der Enzstraße entstehen, das Enz-Cafe mit Promenade beim Waldensersteg. Investitions- und Durchführungshaushalt zusammen genommen wären für die Stadt mit Eigenbeteiligungskosten in Höhe von mindestens drei Millionen Euro verbunden.

Die Fraktionen zeigten sich im Grundsatz überzeugt. Karin Münzmay (SPD): „Die Entwurfskonzeption ist bestechend. Mühlacker wird attraktiver gestaltet.“ Rolf Leo (FW): Eine große Landesgartenschau wäre zwei bis drei Schuhnummern zu groß. Das Grünprojekt ist maßgeschneidert.“ Günter Bächle (CDU): Wir sollten das Grünprojekt als Gartenschau bezeichnen.“ Dann verankere sich das Projekt besser im Bewusstsein der Bevölkerung. Klemens Köberle (LMU): „Die bleibenden Werte des Grünprojekts sind wichtig.“ Und Frank Schneider (FDP): „Wir stehen zur Bewerbung. Die Stadt braucht die Aufwertung.“