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Zahlreich sind Eltern aus Wiernsheim zur jüngsten Gemeinderatssitzung geströmt, um deutlich zu machen, dass sie es für notwendig halten, die massive Erhöhung der Gebühren an den kommunalen Kindergärten wieder abzusenken. Mit Erfolg: Zum 1. April sollen nun im Regelkindergarten niedrigere Beiträge gelten.
Kiga-Gebühren Gemeinderat © Schmid
03.02.2011

Elternprotest zeigt Wirkung: Streit im Ratssaal

WIERNSHEIM. Zahlreich sind Eltern aus Wiernsheim zur jüngsten Gemeinderatssitzung geströmt, um deutlich zu machen, dass sie es für notwendig halten, die massive Erhöhung der Gebühren an den kommunalen Kindergärten wieder abzusenken. Mit Erfolg: Zum 1. April sollen nun im Regelkindergarten niedrigere Beiträge gelten. Diese Entscheidung traf eine Mehrheit des Gemeinderats nach knapp anderthalbstündiger Bürgerfragestunde, in der Bürgermeister Karlheinz Oehler auf die von den Eltern aufgeworfenen Fragen einging.

Im Dezember hatte der Gemeinderat mehrheitlich die deutliche Anhebung der Kindergartengebühren zum 1. Januar beschlossen. Es folgten Proteste der Eltern, die sich von der Vorgehensweise von Verwaltung und Gemeinderat überfahren fühlten. 17 der 20 Gemeinderäte formulierten daraufhin einen Antrag an die Verwaltung, die Gebührensätze wieder zu ändern. Nun sollen die Gebühren für Kinder über drei Jahre, die etwas höher als die von den kommunalen Landesverbänden und Kirchen empfohlenen Sätze lagen, wieder auf die Vorgabenlinie abgesenkt werden.

Deutlich wurde während der insgesamt fast dreistündigen Sitzung, dass der Wiernsheimer Gemeinderat nach wie vor in zwei Lager gespalten ist. Ein offener Brief, den Gemeinderat Ulf Grammel zum Thema Kindergartengebühren geschrieben hat, sorgte für Zündstoff. Der langjährige Gemeinderat und stellvertretende Bürgermeister Rainer Zundel erklärte - wenn sich im Miteinander nichts ändert - sich aus der Gemeinderatsarbeit zurückziehen zu wollen, weil ihm durch die ständigen Unstimmigkeiten der Spaß am Engagement gründlich verleidet worden sei. nad