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Enzberg verliert gegen den KSC © Kohler
04.07.2010

Enzberg verliert gegen KSC und ist trotzdem glücklich

Bildergalerie: Fußballparty beim Spiel Enzberg gegen KSC

Die wichtigste Szene aus Sicht des FC Viktoria Enzberg ereignete sich nach 53 Minuten. Da kam der A-Ligist zum Ehrentreffer und das nicht etwa durch eine Verkettung glücklicher Fügungen, sondern durch einen schönen Spielzug. Tobias Kraft eroberte den Ball, gab weiter zu Felix Stotz, der lief in Richtung Tor, legte sich die Kugel zurecht und versenkte sie flach in der linken Ecke. Der anschließende Torjubel war mindestens Zweitligareif. Als ob er gerade die Meisterschaft entschieden hätte, schlüpfte der 20 Jahre alte Schreiner, der im Stöckach in Mühlacker zu Hause ist, aus seinem Trikot, und eilte den Teamkameraden entgegen, die den Mittelfeldspieler schließlich unter sich begruben. Da er sich entblößte, sah der Torschütze die gelbe Karte. Er wurde aber ohnehin gleich ausgewechselt, bekam auf diese Weise also einen Sonderapplaus.

Bildergalerie: Enzberg verliert gegen den KSC

„Das ist das 1:0 für Enzberg“, scherzte einer der 1500 Fans am Spielfeldrand. Ganz falsch lag er nicht, immerhin handelte es sich um den ersten Treffer nach der Pause. Freilich hatte der Karlsruher SC vor dem Seitenwechsel bereits neun Mal getroffen. Wären die Profis konsequenter gewesen und hätte Enzberg nicht solch eine vorzügliche Nummer 1 gehabt wie Bastian Voges, wären noch mehr Gegentore gefallen. Nach 45 Minuten hätten nur Optimisten auf einen Enzberger Ehrentreffer gewettet. Umgekehrt sprach vieles für mehr als 20 Gegentore. Am Ende waren es 19, wie von Trainer Sascha John erhofft. „Wir haben alles erreicht, was wir wollten“, sagte John unmittelbar nach dem Spiel.

Die Zuschauer brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen. Der KSC zeigte ihnen, wie man das Spiel schnell macht und schöne Tore erzielt. Naturgemäß hatte Enzberg dem Zweitliga-Team wenige sehenswerte Szenen entgegenzusetzen. Doch immerhin gab es Höhepunkte aus Enzberger Sicht. Neben dem Treffer von Stotz und der einen oder anderen Parade von Voges ist in jedem Fall eine Aktion gegen Ende der ersten Hälfte zu nennen. Da eilte Burim Akija in Richtung KSC-Tor und ärgerte sich am Ende heftig, weil sein Schuss nicht von
Erfolg gekrönt war. Bei den Karlsruhern glänzte in der ersten Hälfte Alexander Iashvili, gegen Ende des der Oberderdinger Serhat Akin.

„Die Atmosphäre war toll, unser Tor einwandfrei“, sagte Stotz nach Spielende strahlend. Souveräner Moderator der Partie war der aus Enzberg stammende Oliver Forster. Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus, ebenfalls früher in Enzberg am Ball, führte den Anstoß aus.