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Gewusst wie: Frank Alber kennt sich aus in Enzberg. Deshalb war er nicht überrascht darüber, dass Christa Strud ihm gleich fünf Karten für das KSC-Spiel im Sportpark des FC Viktoria abnahm.  © Kohler
30.06.2010

Enzberg wartet auf den Karlsruher SC

ENZBERG. Für den FC Viktoria Enzberg soll der Sonntag ein denkwürdiger Tag werden. Vorstandsmitglied Frank Alber hofft für das Spiel gegen den Karlsruher SC auf eine traumhafte Kulisse von 2000 Zuschauern. Doch er ist sicher darüber im Klaren, dass ein solcher Andrang der Fußballfans nicht selbstverständlich ist. Um den Kartenverkauf anzukurbeln, ist Alber von Haus zu Haus gezogen. Die PZ war mit dabei.

Frauen beschenken Bekannte

Bildergalerie: Enzberg gegen KSC: Kartenverkauf von Haus zu Haus

„Du musst die Leute zu ihrem Glück zwingen“, sagt Alber gleich bei seiner ersten Station. Am Dienstagabend zur Tagesschau-Zeit trifft er in der Dorfwiesenstraße im Garten der Schickles ein. Beim Ehepaar Andrea und Stefan Schickle sowie ihrem Gast Jürgen Sauter, findet Alber Gehör, obgleich alle drei das KSC-Spiel sausen lassen. „Ich bin am Sonntag mit dem Motorrad fort“, sagt Sauter. Die Schickles wiederum haben bereits Karten für ein Musical. Immerhin setzt sich Andrea Schickle per Handy mit einer Bekannten in Verbindung: „Pass mal auf Sabine, Frank ist gerade bei uns vorbeigekommen ...“, beginnt sie das Telefongespräch.

Bildergalerie: FC Viktoria Enzberg trifft am Sonntag auf den KSC

Wenig später händigt Alber Andrea Schickle zwei Karten zu sieben Euro aus. Ein paar Häuser zeigt sich Tanja Musterer interessiert, greift aber trotzdem nicht zu. Ihr Nachbar steht unschlüssig in der Tür. „Ich entscheide das spontan“, sagt Achim Urff am Ende. Beim nächsten Haus öffnet ein kräftiger Mann mit nacktem Oberkörper. Volker Günther freut sich über die Erinnerung an das Spiel. „Ich werde kommen“, sagt er, verzichtet aber trotzdem darauf, sich gleich eine Karte zu sichernAlber bereitet die Werbe-Tour trotz allem Freude. Nur wundert er sich darüber, wie viele Enzberger nicht zu Hause sind. Die nächsten Karten setzt er bei Frank Pfleiderer ab. Der mit seinem Sohn Carl zum KSC kommen will.

Unterdessen ist es 21 Uhr geworden, und Alber klingelt, bei den Forsters, deren Sohn Oliver das KSC-Spiel moderieren wird. Dieter Forster reiht sich in den Kreis derer ein, die beteuern, kommen zu wollen, aber keine Karte kaufen. Nun verlässt Alber die Dorfwiesenstraße und wechselt auf die andere Seite der Bahnlinie, wo er 25 Minuten bei Karlheinz Mannhardt, dem Vorsitzenden von Phönix Lomersheim, verbringt. Mannhardt muss nicht zum Kauf überredet werden, spricht mit Alber aber gerne eine Weile über Fußball.

Mappus zieht mehr als Mross

Um 21.46 Uhr läutet Alber schließlich bei Christa Strud. Die unternehmungslustige Dame nimmt gleich fünf Karten. Für sie ist der Ministerpräsident die Attraktion des KSC-Spiels, umso mehr als er ein Schulkamerad ihres Sohnes Udo gewesen war. Prominente interessieren Christa Strud ohnehin. So besucht sie „immer wieder sonntags“ den Europapark Rust, wo Stefan Mross die gleichnamige Fernsehshow präsentiert. Doch am 4. Juli hat Stefan Mappus Vorrang. Das freut auch Viktoria-Mann Alber, der nach zwei Stunden, in denen er elf Karten abgesetzt hat, heimgeht. Der 51-Jährige geht durchaus zufrieden nach Hause, auch weil sich Christa Strud für die Kartenlieferung mit einer Bildtafel des Volksmusik-Duos „Geschwister Hofmann“ bedankt hat.