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Zukunftswerkstätten zur Entwicklung künftiger Strukturen in Mühlacker: Am Samstag erfolgte der Auftakt in Enzberg. Im Bild: die Moderatoren mit Bürgermeister Winfried Abicht (rechts). Foto: Kollros
Zukunftswerkstätten zur Entwicklung künftiger Strukturen in Mühlacker: Am Samstag erfolgte der Auftakt in Enzberg. Im Bild: die Moderatoren mit Bürgermeister Winfried Abicht (rechts). Foto: Kollros
22.01.2017

Erste Zukunftswerkstatt in Enzberg: Konkrete Vorschläge geäußert

So schnell können konkrete Ideen entwickelt und auch gleich an den richtigen Mann – in dem Fall Bürgermeister Winfried Abicht – gebracht werden: Die Enzberger wünschen sich nach dem Auszug der Feuerwehr eine Nachnutzung der Kelter in der Art eines Bürgerhauses.

Dies kristallisierte sich als zentrales Anliegen in der ersten Zukunftserkstatt zur Entwicklung künftiger Strukturen in der Stadt Mühlacker heraus. In diesem Jahr erhält das Thema Bürgerbeteiligung in Mühlacker ein ganz neues Format – und auch eine neue Dimension: In allen Stadtteilen steht eine solche Aktivität an, im Rahmen derer die Bevölkerung eingeladen ist, ihre eigenen Ideen und Anregungen einzubringen. Zum ersten Bürgerforum am Samstag, sechs Stunden lang in der Enzberger Hartfeldschule, fühlten sich rund 50 Enzberger angesprochen, zu vertiefen, was bereits im Vorfeld eine Projektgruppe an Themenfeldern vorbereitet hatte. In fünf Gruppen wurden die jeweiligen Schwerpunkte beackert, wobei der Wunsch nach einem offenen Treff – vorzugsweise in der frei gewordenen Kelter – von eigentlich allen Gruppen in irgend einer Form artikuliert wurde. Ebenfalls innerhalb der Bevölkerung mehrheitsfähig zu sein scheint der Wunsch nach einer Art Bürgerbus, etwa nach dem Wiernsheimer Vorbild. Dabei geht es auch darum, der geografischen Situation mit Ober- und Unterdorf Rechnung zu tragen und dies auch vor dem Hintergrund, dass etliche ältere Menschen nicht mehr motorisiert seien und der Höhenunterschied oft nur schwer zu überwinden sei. Aus einer Gruppe kam dazu der ganz unkonventionelle Vorschlag, zwischen den Spitzäckern und der Ortslage im Tal Sammmelpunkte mit Sitzgelegenheiten auszuweisen, von wo Autofahrer dann dort Mitbürger mitnehmen könnten.

Für Stadtteil-Manager

Ein Anliegen ist den Bürgern im größten Stadtteil auch, eine Art Kümmerer oder Stadtteil-Manager zu erhalten, der eine Mittlerfunktion gegenüber der Verwaltung und dem Gemeinderat ausfüllen sollte wie andernorts ein Ortsvorsteher. Aus einem anderen Beweggrund heraus wurden Stadtteil-Mütter in die Diskussion eingebracht, die vorwiegend Migranten Hilfestellungen geben könnten.

Senioren unterstützen

Weitere Vorschläge aus dem sozialen Bereich zielten in Richtung der Vernetzung der Generationen bis hin zur Hilfestellung für Senioren bei der Nutzung moderner Informationstechnologien. In Zusammenhang mit diesem Stichwort wurden aber auch Klagen laut, dass längst noch nicht alle Bereiche von Enzberg Zugang zu schnellem Internet hätten. Ebenfalls ein Wunsch in Sachen Infrastruktur: die Weiterentwicklung der Stadt in Bezug auf neue Wohnbau- und Gewerbeflächen. Der Bürgerentscheid hierzu sei „leider gescheitert“, bedauerte der Berichterstatter einer der Gruppen. Ein griffiges Motto für die Weiterentwicklung der Stadt wäre doch auch angebracht, stellte ein anderer Redner in den Raum. Postwendend kam die Antwort von einer Enzbergerin: „Net schwätze, mach.“ Beifall war ihr sicher. Nach dem Auftakt in Enzberg folgen bis Anfang Mai fünf weitere solcher Zukunftswerkstätten in den Stadtteilen und schließlich auch in der der Kernstadt – die nächste Werkstatt ist am 4. Februar in Lienzingen. Auch folgt am 13. Mai eine „World-Café“ benannte, gemeinsame Plenum-Veranstaltung im Uhlandbau, um gemeinsam die zuvor erarbeiteten Ergebnisse zusammenzufassen und auszuwerten. Dabei wird es Besuch aus dem baden-württembergischen Sozial- und Integrationsministerium geben: Staatssekretärin Bärbl Mielich (Grüne) wird die Zusammenkunft mit einem Grußwort bereichern.

Details zum Projekt im Internet: www.muehlacker.de/zukunft