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Über den Patouà-Dialekt haben bei der Fachtagung in der Waldenserkirche Serres Cornelia Schuler (von links), Vorsitzende des Freundeskreises der Waldenser Pinache und Serres, Renate Buchenauer vom Verein Hugenotten- und Waldenserpfad, Referentin Daniela Falz aus Serres von der deutschen Waldenservereinigung, Kirchenhistoriker Albert de Lange und Moderator Jürgen Eschmann informiert. Foto: Prokoph
Über den Patouà-Dialekt haben bei der Fachtagung in der Waldenserkirche Serres Cornelia Schuler (von links), Vorsitzende des Freundeskreises der Waldenser Pinache und Serres, Renate Buchenauer vom Verein Hugenotten- und Waldenserpfad, Referentin Daniela Falz aus Serres von der deutschen Waldenservereinigung, Kirchenhistoriker Albert de Lange und Moderator Jürgen Eschmann informiert. Foto: Prokoph
16.09.2018

Fachtagung in Serres befasst sich mit Patouà-Dialekt der Glaubensflüchtlinge

Wiernsheim-Serres. „Sprache, so schöne unserer Väter, der Waldenser, der alten, du bist so zurückgedrängt, Jahr für Jahr hört man weniger diese Sprache Patouà auf der Straße, es ist schade“. So lautet ein Auszug aus dem Gedicht, „Seufzer über das Erlöschen der Sprache nach der Art der Waldenser in Serres“, das die Lehrerswitwe Anna Gillé (1862 bis 1930) aus Serres im Jahr 1903 veröffentlichte und mit dem sie damals den ersten Preis bei den Kölner Blumenspielen errang.

Das berichtete Daniela Falz aus Serres im Rahmen der Fachtagung des Vereins Hugenotten- und Waldenserpfad unter dem Motto „Das waldensische Patouà in Baden-Württemberg, seine Bewahrung und Weiterentwicklung im Piemont“ am Samstag in der Waldenserkirche in Serres.

Anna Gillé war die Tochter von Jacques (1832 bis 1903) und Jeanne Gillé (1839 bis 1930) aus Serres. Jeanne Gillé unterhielt sich mit ihrer Tochter Anna noch zeitweise auf Patouà. In ihrem Gedicht, das sie auf Bitte von Johannes Fastenrath, dem Organisator der Blumenspiele, verfasste, beklagte Anna Gillé das Aussterben der Sprache ihrer Vorfahren. Das Werk entstand in Patouà und auf Deutsch und war schon oft Gegenstand sprachwissenschaftlicher Untersuchungen. Rund 60 Teilnehmer besuchten die Fachtagung über den Patouà- Dialekt der Waldenser Glaubensflüchtlinge aus dem Piemont, die im Jahr 1699 hierher kamen. Moderiert wurde die Tagung vom Sprachwissenschaftler Jürgen Eschmann aus Hersbruck.

Den Impuls dazu gab die Koordinatorin des Vereins Hugenotten- und Waldenserpfad, Renate Buchenauer. Partner dieser Veranstaltung waren Cornelia Schuler als Leiterin des Freundeskreises der Waldenser Pinache und Serres, sowie die evangelische Kirchengemeinde Pinache-Serres. Die Leitung der Tagung hatte der Karlsruher Historiker Albert de Lange.

„Die Waldenser haben noch 120 Jahre nach ihrer Flucht bei uns ihren Dialekt gesprochen“, sagte Bürgermeister Karlheinz Oehler zum Auftakt der Tagung. Auch heute seien die Waldenser ihren Traditionen hier verbunden.