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Das Interesse an Fachwerkhäusern ist groß, wie eine Führung mit Historiker Tilmann Mastaller (rechts, grünes Hemd) in Lienzingen im Jahr 2016 bewiesen hat. Dennoch stehen inzwischen viele entsprechende Gebäude leer. Foto: PZ-Archiv/Kollros
Das Interesse an Fachwerkhäusern ist groß, wie eine Führung mit Historiker Tilmann Mastaller (rechts, grünes Hemd) in Lienzingen im Jahr 2016 bewiesen hat. Dennoch stehen inzwischen viele entsprechende Gebäude leer. Foto: PZ-Archiv/Kollros
Prächtige Bauten finden sich an der Knittlinger Straße in Lienzingen. Foto: Gonzalez
Prächtige Bauten finden sich an der Knittlinger Straße in Lienzingen. Foto: Gonzalez
15.04.2018

Fachwerk soll wieder schick sein: Anlaufstelle gegen das Ausbluten der Ortskerne

Enzkreis/Mühlacker. Die Bilder ähneln sich: Wer durch die Hauptstraßen der Region fährt und den Blick schweifen lässt, ist umgeben von jahrhundertealter Bausubstanz. Fachwerkhäuser gehören zum Enzkreis wie der Namensgebende Fluss oder das Kloster Maulbronn.

Ortschaften wie Dürrn, Schmie, Ölbronn, Lienzingen oder Mühlhausen sind weithin bekannt für die langlebigen Bauwerke, deren Aufbau das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ kürzlich als „genial“ bezeichnete, weil die Mischung aus steinernem Fundament und Skelettbau aus Holz in den oberen Geschossen sogar Erdbeben trotze.

Doch die Vorzüge des Fachwerkhauses werden längst nicht in der Form geschätzt, wie man es vermuten würde. In den Ortskernen stehen Fachwerkbauten häufig leer – viele Bauherren errichten lieber moderne Häuser auf der grünen Wiese. „Dabei gibt es durchaus Interessenten, die aber Hilfe benötigen, ein Fachwerkhaus zu finden oder bei der Renovierung auf Unterstützung angewiesen sind“, erklären Günter Bächle und Roland Straub. Die beiden Lienzinger machen sich nun stark für eine zentrale Anlaufstelle in Mühlacker, bei der diejenigen Hilfe bekommen sollen, die sich für den Erwerb eines Fachwerkhauses interessieren. „Das Problem betrifft alle unsere Stadtteile und auch viele Gemeinden um uns herum“, ist Bächle überzeugt. Aus diesem Grund sei auch ein entsprechender Ansprechpartner im Landratsamt denkbar.

Denn qualifizierte Auskünfte könnten mögliche Interessenten vor bösen Überraschungen bewahren: „Ein Fachwerkhaus zu erwerben ist oft nicht besonders teuer, weil man je nachdem nur den Grund und Boden bezahlen muss. Aber das eigentliche Haus zu sanieren kann sehr teuer werden“, erklärt Roland Straub, der sich als Historienführer mit der Materie auskennt. „Man kann in so ein Gebäude richtig Geld stecken“, weiß der Lienzinger aus Erfahrung.

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