nach oben
Kopien des Briefes hat Werner Heinlein zuhause, das Original ist inzwischen in der Landesbibliothek Stuttgart.  Lutz
Kopien des Briefes hat Werner Heinlein zuhause, das Original ist inzwischen in der Landesbibliothek Stuttgart. Lutz
24.02.2017

Fake News zu Zeiten des Ersten Weltkriegs

Wiernsheim-Pinache. Der Pinacher Werner Heinlein macht eine historisch wertvolle Entdeckung. Ein russischer Propagandabrief aus dem Ersten Weltkrieg schafft es in die Sammlung der Landesbibliothek.

Werner Heinlein war schnell klar, dass das, was er da in Händen hielt, eine ziemliche Sensation sein könnte. Als der 92-jährige Pinacher in einem zeithistorischen Buch eines Bekannten blätterte, entdeckte er einen seltsamen Brief, verfasst in Sütterlin, auf Papier, ein klein wenig größer als DinA4. „Das ist mir gleich aufgefallen, dass dieser Brief schon alleine durch sein Format eine Rarität sein muss“, sagt Heinlein.

Schon nach wenigen Zeilen wird ihm klar, dass es sich bei den Zeilen um Propaganda handeln muss – verfasst im Jahr 1914, zu Zeiten des Ersten Weltkriegs. Unterzeichnet schließlich ist das Werk, aufgeteilt in zwei „Aufrufe“, von einem gewissen „von Scheidemann“, General des zweiten russischen Armeekorps. In seinen Briefen, die unter der damaligen Bevölkerung Ostpreußens verteilt worden sind, ruft der General die Zivilbevölkerung dazu auf, die drohende Niederlage einzugestehen und mit den Russen zu kooperieren.

„Ein völliger Wahnsinn“, sagt Heinlein, als die PZ ihn zu Hause in Pinache besucht. Die beiden Aufrufe stammen vom 25. sowie 27. August 1914 – eine gute Woche später habe das Deutsche Reich Ostpreußen zurückerobert.

Mehr lesen Sie am Samstag in der „Pforzheimer Zeitung - Region Mühlacker“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.