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In Aurich ereignete sich am Wochenende das schreckliche Drama. Zwei junge Kinder verloren dabei ihr Leben.
In Aurich ereignete sich am Wochenende das schreckliche Drama. Zwei junge Kinder verloren dabei ihr Leben. © dpa
21.02.2017

Familiendrama in Aurich: Ermittler stellen tiefe Stichwunden bei den Kindern fest

Die Kriminalpolizei Böblingen hat am Dienstag neue Details zum schrecklichen Familiendrama in Aurich (Vaihingen an der Enz) bekanntgegeben. So wurde bei der Obduktion festgestellt, dass die beiden getöteten Kinder auch tiefe Stichverletzungen aufwiesen.

Der 38-jährige Vater der beiden Jungen steht weiterhin unter dringendem Tatverdacht. Er soll die beiden vier und fünf Jahren alten Kinder am Samstagabend getötet haben.

Der Mann soll laut Angaben des Polizeipräsidiums Ludwigsburg ein gebürtiger Spanier sein. Die getrennt lebende Mutter, die ihre Kinder am Samstagabend beim Vater in Aurich abholen wollte, stammt aus Osteuropa.

Die Obduktion der beiden Opfer wurde am Montagabend abgeschlossen. Beide Jungen wiesen massive Kopfverletzungen, verursacht durch Gewalteinwirkung mit einem stumpfen Gegenstand, auf. Darüber hinaus stellten die Ermittler bei den Kindern jeweils eine tiefe Stichverletzung am Oberkörper fest, die ihnen mutmaßlich mit einem am Tatort sichergestellten Messer beigebracht worden waren. Hinweise auf zurückliegende körperliche Übergriffe haben sich nicht ergeben.

Kriminaltechniker des Polizeipräsidiums Ludwigsburg, die von Spezialisten des Kriminaltechnischen Instituts beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg unterstützt werden, sind weiterhin mit der Sicherung des umfangreichen Spurenbildes am Tatort befasst. Daneben konzentrieren sich die Ermittlungen auf die Lebenssituation und das Umfeld des Tatverdächtigen und seiner ehemaligen Lebensgefährtin, die Ende 2015 mit den gemeinsamen Kindern nach Aurich gezogen waren und sich im Verlauf des vergangenen Jahres getrennt hatten. Der 38-Jährige macht weiterhin keine Angaben und die 34-Jährige ist unter dem Eindruck des Geschehens nach wie vor nicht vernehmungsfähig. Aussagen zu einem möglichen Tatmotiv sind daher noch nicht möglich.

Um den Zeitraum von Freitagnachmittag, 17.02.17, als der Tatverdächtige die Kinder vereinbarungsgemäß von einem Kindergarten abgeholt hatte, bis zur Entdeckung der Bluttat am Samstagabend, gegen 21:40 Uhr nachvollziehen zu können, sind die Ermittler auch auf Zeugen angewiesen. Personen, die die beiden Kinder mit oder auch ohne Ihren Vater am Freitagabend oder im Verlauf des Samstags gesehen haben, werden gebeten, sich mit der Kriminalpolizei in Böblingen, Tel. 07031/13-00, in Verbindung zu setzen.

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