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Die Schulleiterin der Mühlacker Ulrich von Dürrmenz Schule, Gertrud Pfitzer, beim Erstellen der Stundenpläne.
Die Schulleiterin der Mühlacker Ulrich von Dürrmenz Schule, Gertrud Pfitzer, beim Erstellen der Stundenpläne.
23.09.2011

Faustschule Knittlingen: Dritter Stundenplan in zwei Wochen

KNITTLINGEN/ENZKREIS. In der Knittlinger Dr-Johannes-Faust-Schule ist man derzeit damit beschäftigt, bereits den dritten Stundenplan für dieses Schuljahr zu erstellen.

Lara (Name geändert) ist ziemlich sauer. Die 14-Jährige besucht die achte Realschulklasse der Knittlinger Dr-Johannes-Faust-Schule, doch zur Zeit macht es der Schülerin wenig Spaß, den Unterricht zu besuchen. „Wir haben momentan 15 Stunden Deutsch in der Woche, aber noch keine einzige Stunde Erdkunde oder Französisch in diesem Schuljahr gehabt. Und das alles nur, weil wir zwei Wochen nach Ende der Sommerferien noch immer keinen richtigen Stundenplan haben.“

Ein Vorwurf, den Schulleiterin Heidi Bopp nicht so einfach auf sich sitzen lassen will: „Dass wir derzeit Probleme haben, ist für uns Lehrer mit Sicherheit genau so ärgerlich wie für die Schüler.“ Die Tatsache, dass man mittlerweile am dritten Stundenplan für dieses Schuljahr arbeite, habe jedoch durchaus Gründe: „Dieses Jahr war es so, dass Eltern ihre Kinder von der Schule genommen haben, ohne sie bei uns abzumelden, was den Klassenteiler durcheinandergeschmissen hat. Zudem hat uns bislang eine fest eingeplante Lehrkraft gefehlt. Und so entstehen dann immer wieder völlig unvorhersehbare Situationen, die uns bei der Planung der Stunden unheimlich behindern“, erklärt Heidi Bopp.

Ein Einzelfall? Wohl eher nicht: „Es kann immer wieder einmal vorkommen, dass die Schulen es nicht schaffen, rechtzeitig mit den Stundenplänen fertig zu werden“, sagt Joachim Eichhorn, der Rektor der Maulbronner Schule am Silahopp. Dabei spielen aus Sicht des Pädagogen neben den in Knittlingen aufgetretenen Problemen auch andere Faktoren eine Rolle: „Gerade dann, wenn noch andere Schulen am Ort sind, kommt es häufig zu Überschneidungen bei der Belegung von Sporthallen oder auch mit dem von Pfarrern gehaltenen Religionsunterricht“, so Eichhorn. Die gesamte Thematik sei unheimlich komplex und daher gut mit einem Schachspiel zu vergleichen, bei dem man auch immer wieder neue Kombinationen überdenken müsse, bis man schließlich am Ziel sei. Eichhorn hatte mit seinem Team in diesem Jahr zwar keine Probleme mit der Stundenplangestaltung, doch in den vergangenen Jahren sei dies vereinzelt vorgekommen.

Laut Hans-Joachim Blum, dem Schulleiter der Mühlacker Mörike Realschule, müsse bei der Thematik auch immer die Größe der jeweiligen Schule bedacht werden. „Bei 800 Schülern kommt man locker auf Tausend Stunden, die es zu planen gilt“, sagt Blum. Gut zwei Wochen intensive Planung seien daher von Nöten, um einen reibungslosen Ablauf garantieren zu können – wenn nichts dazwischen kommt. Gertrud Pfitzer, die Rektorin der Senderstädter Ulrich von Dürrmenz Schule, sieht die erste Woche nach Ende der Sommerferien daher als eine Art „Testlauf“ an, in der es immer wieder kleinere Veränderungen am Stundenplan geben könne.

Ihre Kollegin Heidi Bopp weist zudem noch auf eine andere Problematik hin: „Nüchtern betrachtet können wir an der Faustschule schon den Ausfall eines einzigen Lehrers nicht mehr vertreten.“ Die Rektorin plädiert daher für mindestens eine zusätzliche Lehrkraft pro Schule oder Schulform, mit deren Hilfe derartige Lücken geschlossen werden könnten. „Sonst haben wir immer wieder mit diesen Dingen zu kämpfen.“

Nächste Woche nun soll an der Faustschule der endgültige Stundenplan stehen. Zudem sei geplant, bei den Eltern mittels eines Briefs um Verständnis für die Situation zu bitten. „Jeder kann mir glauben, dass wir wahrlich Besseres zu tun hätten, als ständig neue Stundenpläne zu entwerfen“, sagt Heidi Bopp. Manchmal jedoch gehe es einfach nicht anders. max