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© Symbolbild: dpa
05.04.2012

Fechter-Prozess:Sicherungs- verwahrung und Freispruch?

IllINGEN/STUTTGART: Im Fechter-Prozess am Landgericht Stuttgart lässt das Urteil auf sich warten. Am sechsten Verhandlungstag ist letztlich allerdings plädiert worden. Die Staatsanwaltschaft sowie einer der beiden Verteidiger machten ihre abschließenden Ausführungen.

Nachdem sowohl ein 49 und ein 52 Jahre alter Angeklagter wegen versuchten Totschlags angeklagt worden waren, beantragte Oberstaatsanwalt Hans-Otto Rieleder nach Ende der Beweisaufnahme für die an einem Illinger Fechttrainer verübte Gewalttat nur den jüngeren Angeklagten zu bestrafen. Neben einem Strafmaß von zwölf Jahren und sechs Monaten sprach sich Rieleder für eine anschließende Sicherungsverwahrung aus.

Was den zweiten Angeklagten angeht, hält die Staatsanwaltschaft eine Verurteilung wegen unterlassener Hilfeleistung für angemessen. Sollte die neunte Schwurgerichtskammer diese Auffassung teilen, könnte der 52-Jährige das Landgericht aller Voraussicht nach als freier Mann verlassen. Das liegt daran, dass er schon kurz nach der Tat festgenommen wurde und damit nunmehr seit acht Monaten in Untersuchungshaft sitzt. Maximal zwölf Monate Haft sind bei unterlassener Hilfeleistung möglich

Da der 52-Jährige jedoch weiterhin geltend macht, von der Attacke auf den Illinger Trainer gar nichts mitbekommen zu haben, plädierte sein Verteidiger Peter Zoller konsequenterweise auf Freispruch. Sein Kollege Klaus Schön, der auch am sechsten Verhandlungstag eine Fülle an Beweisanträgen sowie einen vierten Befangenheitsantrag gegen das Gericht stellte, soll nun am Dienstag, 17. April, plädieren. Am selben Tag könnte der Vorsitzende Richter Wolfgang Hahn das Urteil verkünden. Mehr zum Stand der Dinge im Fechter-Prozess am Samstag in der Pforzheimer Zeitung. rks