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Nimmt regelmäßig an Wettbewerben im Gabelstaplerfahren teil: Uwe Holstein aus Flehingen.  Privat
Nimmt regelmäßig an Wettbewerben im Gabelstaplerfahren teil: Uwe Holstein aus Flehingen. Privat
Hauptberuflich arbeitet der 50-Jährige bei einer Karlsruher Brauerei.
Hauptberuflich arbeitet der 50-Jährige bei einer Karlsruher Brauerei.
04.09.2016

Feingefühl im Fuß - Uwe Holstein aus Flehingen zählt zu den besten Staplerfahrern

Multitasking, also das Beherrschen mehrerer Dinge gleichzeitig, ist ja nun nicht gerade die Paradedisziplin vieler Männer. Uwe Holstein hingegen ist darin derart gut, dass er regelmäßig an Wettbewerben teilnimmt – und zwar im Gabelstaplerfahren. Um ein solches Gefährt zu beherrschen, muss man in der Lage sein, mit den Füßen sowie beiden Händen jeweils andere Aufgaben zu bewältigen.

Im Prinzip ist es ähnlich wie beim Schlagzeugspielen: jede Extremität ist für ein anderes Aufgabenfeld zuständig. „Beim Staplerfahren ist es so, dass ich mit einem Fuß vorwärts, mit dem anderen rückwärts fahre. Mit der linken Hand lenke ich, mit der rechten bediene ich die Joysticks, um die Hebevorrichtung zu bedienen“, erklärt Holstein.

Der 50-Jährige arbeitet als Schichtführer bei der Karlsruher Brauerei Hatz-Moninger, den Staplerführerschein hat er beinahe seit einem Vierteljahrhundert. „Im Jahr 2006 habe ich dann angefangen, an Wettbewerben teilzunehmen“, sagt Holstein, der sich über einen Regionalwettbewerb nun erneut für die deutsche Meisterschaft in Aschaffenburg qualifiziert hat (siehe Kasten).

Große Herausforderung

Holstein hat somit nicht sein Hobby zum Beruf gemacht – sondern seinen Beruf zum Hobby. Er hat derart Freude an seinem Job, dass er sich auch in seiner Freizeit gerne auf den Gabelstapler schwingt und Aufgaben bewältigt, die es in sich haben. So müssen beispielsweise golfballgroße Kugeln auf Tischtennisschlägern balanciert und zum Schluss in ein Gefäß gerollt werden. Herausforderungen, mit denen man auch bei „Wetten, dass..?“ hätte antreten können, wenn es die Fernsehsendung noch geben würde.

„Man muss sehr viel Feingefühl mitbringen, sonst kann man diese Aufgaben nicht packen“, ist Holstein überzeugt. Und auch der Fleiß spielt eine Rolle, die nicht unterschätzt werden sollte. „Ich übe regelmäßig und habe das Glück, dass mich mein Arbeitgeber unterstützt, sodass ich mit den Staplern im Geschäft üben kann“, so Holstein.

Anders wäre sein Hobby allerdings auch kaum zu bewältigen, denn einen Gabelstapler für daheim kann sich normalerweise niemand leisten: Je nach Ausführung kostet ein solches Gerät zwischen 50 000 und 100 000 Euro.