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Der Südwestrundfunk hat dieser Tage ein Leinfeld in Iptingen besucht.
Der Südwestrundfunk hat dieser Tage ein Leinfeld in Iptingen besucht. © privat
22.06.2011

Fernseh-Team besucht Ölmühle in Illingen

WIERNSHEIM/ILLINGEN. „Meine bisherigen Erkundigungen haben bestätigt, dass ich der einzige Anbauer von Bio-Lein in Baden-Württemberg bin“, hat Landwirt Frank Bäuerle in Iptingen gesagt – und das sogar vor laufender Fernsehkamera.

Er wurde vor ein paar Tagen vom Südwestrundfunk interviewt, der einen Beitrag zum einzeln unscheinbar wirkenden Lein ausstrahlen will.

In Iptingen fand das SWR-Team auf einer gut drei Hektar großen Fläche bei sonnigem Wetter eine blaue Blütenpracht vor. Das Summen und Brummen von Hummeln und Bienen hinterließ auch bei Fernsehjournalistin Christina Kist einen bleibenden Eindruck. „Ein ebenso wunderbarer wie seltener Anblick“ schwärmte die Redakteurin. „Das Filmmaterial vom Feld und von der Ölmühle reicht für eine komplette Sondersendung“, sagte Christina Kist außerdem. Ihr stehen allerdings weder 30 noch 60 Minuten zur Verfügung, sondern nur etwa 120 Sekunden.

Unschwer war bei den Dreharbeiten zu erkennen, dass die sprichwörtliche „Chemie“ zwischen Landwirt Bäuerle und dem Illinger Ölmüller Jürgen Krauth stimmt. Das könnte damit zu tun haben, dass beide bei der Lebensmittelproduktion vollständig auf Chemie und Pestizide verzichten. Bäuerle erklärte, er sehe sich in der Rolle eines Pioniers. Nach den Dreharbeiten muss er genau wie Krauth warten, wann der Beitrag zu sehen ist.

An den Schnitt machte sich Christina Kist am gestrigen Dienstag. Von daher könnte es mit der ursprünglich vorgesehenen Ausstrahlung am heutigen Mittwoch innerhalb der 15-minütigen Nachrichtensendung ab 21.45 Uhr klappen. Auf Grund aktueller Entwicklungen in Baden-Württemberg, so die Prognose der Autorin, werde sich die Ausstrahlung aber vermutlich verschieben.

Einen Tag nach den Gästen vom Fernsehen waren zwischenzeitlich immerhin gut dreißig Besucher bei Feldbegehung in Iptingen. Wie sich bald herausstellte, war der „Spaziergang ins Blaue“ für die meisten die erste Begegnung mit der traditionsreichen Kulturpflanze Lein. Bei den älteren Gästen weckt der Anblick jedoch Erinnerungen: „Als kleiner Bub musste ich viele Stunden beim Unkrautrupfen im Leinfeld zubringen“ erinnerte sich der 83-jährige Roßwager Fritz Arnold, selbst Landwirt und Weinbauer.

Doch nicht nur blaue Blüten sind in Iptingen zu sehen. Auf rund einem Zehntel der Fläche blüht versuchsweise weißer Lein, der braune Ölsaaten liefert. Für Mühlenbetreiber Krauth bietet dies die Gelegenheit, bei dem später gewonnenen Öl qualitative und geschmackliche Unterschiede auszumachen.

„Wegen seines enormen Gesundheitswertes nimmt Leinöl eine Sonderstellung ein und erfreut sich wachsender Nachfrage“ erläuterte Krauth den Ausgangspunkt für das Anbauprojekt. Eine weitere Besonderheit des Vorhabens stellt der rund fünf Meter breite Blühstreifen dar, der das gesamte Feld umgibt: Bäuerle hat über zwanzig verschiedene Ackerwildkräuter und Blütenpflanzen ausgesät, die Tieren Nahrung und Rückzugsräume bieten. pm/rks