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Bei einem Feuer in einer städtischen Notunterkunft ist am Samstag ein 52-jähriger Mann ums Leben gekommen.
Bei einem Feuer in einer städtischen Notunterkunft ist am Samstag ein 52-jähriger Mann ums Leben gekommen. © Fuchs
25.08.2010

Feuer in Asylbewerberheim: Polizei vermutet Selbstmord

VAIHINGEN. Der Brand in einer Vaihinger Notunterkunft scheint geklärt. Ein Sachverständiger, der den Unglücksort untersucht hat, geht davon aus, dass der 52-Jährige, der am Samstagmorgen in den Flammen umkam, das Feuer selbst gelegt hat. Ein erster Hinweis darauf hatte sich beim Einsatz eines Brandmittelspürhundes ergeben, der im Zimmer des Toten anschlug. Mittlerweile teilte die Polizei außerdem mit, dass in dem Zimmer, in dem die Leiche entdeckt wurde, auch Überreste eines Benzinkanisters gefunden wurden. Peter Widenhorn, Sprecher der Ludwigsburger Polizei, betonte, man könne noch nicht sagen, ob der Kanister zum Einsatz kam. Der mündlichen Einschätzung des Brandschutzsachverständigen vom Stuttgarter Landeskriminalamt (LKA) zufolge sei jedoch klar, dass der Brand im Zimmer des Opfers ausbrach. Wann der Experte seinen schriftlichen Bericht vorlege und wie umfangreich er ausfalle, lasse sich nicht abschätzen. Unabhängig davon könne sich eine Untersuchung des vorgefundenen Brandschutts Tage oder Wochen hinziehen. Auch der Brandschutt wird beim LKA ausgewertet, da die Analyse die Selbstmord-Theorie bestätigen könnte. Unterdessen ergab die Obduktion des Opfers, dass der Mann noch lebte, als der Brand ausbrach. Er sei „durch die Brandeinwirkung ums Leben gekommen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei. Auch auf Nachfrage wollte Pressesprecher Widenhorn nichts Näheres zur Person des Opfers sagen. „Das machen wir grundsätzlich nicht.“ Gerüchten zufolge hatte der Mann in der Notunterkunft sehr zurückgezogen gelebt. In früheren Jahren soll er als so genannter Jux-Kandidat bei Bürgermeisterwahlen kandidiert haben. Wie inzwischen bekannt wurde, war in der Brandnacht zunächst auch ein Mitbewohner gesucht worden, der jedoch bei der Arbeit war. Wie sich herausstellte, zählte die nebenan wohnende Flüchtlingsfamilie nicht elf, sondern acht Mitglieder. Drei weitere Personen waren zu Besuch. Die Ermittlungen am Unglücksort sind laut Polizei abgeschlossen, so dass den Aufräumarbeiten nichts mehr im Wege steht.