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01.05.2009

Feuerwehr lässt Muskeln spielen

MAULBRONN/MÜHLACKER. Der Kran ersetzt immer öfter die Muskelkraft beim Aufstellen der Maibäume. Nur die Sänger in Lienzingen und die Feuerwehr setzen noch auf die eigene Stärke. 2500 Besucher verfolgten die vielen Aktionen.

In den Dörfern Schmie, Lomersheim, Iptingen und Serres setzen die Feuerwehr-Abteilungen weiterhin auf das Brauchtum. Vor fast 200 Zuschauern brauchten die Helfer in Lomersheim fast eine Stunde, um die 16 Meter hohe Tanne mit den als Schwalben verbundenen Holzstangen zur Hochstrecke zu bringen. Beim ersten Versuch brach die Spitze der auf den Stamm gesetzten Tanne ab. So war die Mannschaft von Kommandant Ralf Schiller gezwungen, den Baum erneut am Straßenrand niederzulegen und den unteren Teil der Äste an der Ziertanne abzusägen.

Vor dem Rathaus in Freudenstein hingegen sperrten die Helfer der Abteilung nur die Straßen ab , als ein Autokran die 22 Meter hohe Tanne in die Senkrechte brachte. Etwa 200 Schaulustige verfolgten die nur 15 Minuten dauernde Operation. Dafür passte der Stamm auf Anhieb in das Spundloch im Pflaster und wurde verkeilt.

Gesang im Zeichen der Birke

Noch genug Luft für seine Liedvorträge hatte der Männergesangverein in Lienzingen, dessen Mitglieder in der neu gestalteten Kirchenburggasse eine zwölf Meter hohe Birke als Maibaum ohne technische Hilfsmittel aufgestellt hatten. Mehr als 200 Zuschauer saßen bei der Aktion auf den Hocketse-Bänken vor den historischen Fachwerk-Kulisse. Vereinschef Martin Schaufelberger griff zum Beil, um die Keile einzuschlagen und den Baum zu stabilisieren. Zu den vorgetragenen Titeln gehörte „Willkommen, Du wonniger Maientag“.

Auch an der Kelter in Knittlingen wurde der Maibaum am Donnerstagabend mit einer Maschine aufgestellt. Die Mitarbeiter der Zimmerei Egler bugsierten mit einem Kran vor 220 Zuschauern den 15 Meter hohen Fichtenstamm ins Spundloch im Pflaster. Thomas Appenzeller setzte mit kräftigen Schlägen die notwendigen Keile in den Einlass im Pflaster. Die Stadtkapelle spielte Mai-Rhythmen. Der Kindergarten von der Esselbachstraße und Schüler aus der Faustschule gestalteten das Programm. Bürgermeister Heinz-Peter Hopp eröffnete persönlich die volkstümliche Aktion. Vor der Kirche in Schmie hatte Abteilungsleiter Ronald Richter fast alle 28 Feuerwehr-Kameraden zur Verfügung, als nach einem ausgeklügelten Verfahren mit Traktor und Muskelkraft die 18 Meter hohe Tanne parallel zum Kirchturm aufgerichtet wurde. „Mit dem Frontlader wird der Baum teilweise hochgeschoben“, sagte der junge Feuerwehrchef zur PZ. Pascal Heugel hatte am Steuer des Oldtimer-Bulldogs den richtigen Bogen eingeschlagen. Neuseeland-Rückkehrerin Melina Malthaner stieg unter dem Beifall von 200 Schaulustigen wie in alten Tagen die fast 50 Jahre alte Feuerwehrleiter zur Baumspitze hoch.