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In der Enzberger Firma J. Reinhold ist der irakische Asylbewerber Furqan Alzaubai (Dritter von links) voll akzeptiert. Bei Juniorchef Rochus Reinhold (von links), den Mitarbeitern Angelika Loos, Christine Werner, Martina Meyer, Juniorchef Florian Reinhold, Omar Mohammed und Gabura Vasile Alexandru gilt er als fleißiger Kollege.  Foto: Hepfer 
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An seinem Arbeitsplatz in Enzberg steuert Furqan Alzaubai über diesen Computer einen CNC-Langdrehautomaten. Schon seit drei Jahren ist er hier beschäftigt.  Foto: Hepfer 

Firma kämpft für irakischen Asylbewerber Furqan Alzaubai

Mühlacker-Enzberg. Ein Asylbewerber aus dem Irak ist bei der Enzberger Firma J. Reinhold GmbH integriert. Dennoch droht ihm die Abschiebung. Sein Arbeitgeber will das verhindern.

Etwas schüchtern und unsicher sitzt Asylbewerber Furqan Alzaubai an einem Bürotisch in der Enzberger Firma J. Reinhold GmbH, während er – sichtlich emotional bewegt – die traurigsten Momente in seinem bisherigen Leben schildert. 2015 war der heute 24-Jährige aus der irakischen Stadt Kerbela geflohen, nachdem schiitische Terroristen seinen Vater, einen ehemaligen Armee-Obristen unter Diktator Saddam Hussein, umgebracht hatten und auch den Rest der Familie mit dem Tod bedrohten. Über die Türkei und Griechenland kam Alzaubai bis nach Deutschland und fand seit Januar 2016 im Enzberger Werkzeugbau-Betrieb J. Reinhold quasi ein neues Zuhause. Seither kämpft er um seine Anerkennung als Flüchtling.

Die Unternehmerfamilie hat den 24-Jährigen schon damals bei seinem ersten Gerichtsverfahren unterstützt und hält auch weiter zu ihm. Denn bald steht die nächste Verhandlung im Hinblick auf das Bleiberecht des Irakers bevor. „Wir haben bewusst diesen Weg gewählt und sind an die Öffentlichkeit gegangen“, sagt Juniorchef Rochus Reinhold, „weil sich unsere Behörden mal überlegen sollten, ob es wirklich Sinn macht, Flüchtlinge, die hier voll integriert sind, arbeiten und Steuern bezahlen, wieder in ihr Heimatland abzuschieben.“ Im Enzberger Unternehmen, so Reinhold weiter, gelte der Iraker als fleißiger, sympathischer und ehrgeiziger Mitarbeiter und habe auch ein gutes Verhältnis zu seinen Kollegen.

„Es wäre sowohl menschlich als auch arbeitstechnisch ein Verlust für die Firma, wenn er zurück in den Irak müsste“, betont der Juniorchef.

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