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Fledermäuse haben in Mühlhausen eine Heimat gefunden.
Fledermäuse in Mühlhausen © dpa-Archiv
11.05.2011

Fledermäuse tummeln sich in den Mühlhäuser Felsengärten

MÜHLACKER-MÜHLHAUSEN. Gleich zwei Naturschutzgebiete soll Mühlacker in absehbarer Zeit erhalten: den Kammertenberg bei Lomersheim sowie die Felsengärten des Stadtteils Mühlhausen, in dem sich eine Vielzahl von Vögeln und Fledermäusen tummeln.

Wann genau der Kammertenberg und die Felsengärten zum Naturschutzgebiet erklärt werden, steht bis dato noch nicht fest. Christoph Aly vom Regierungspräsidium Karlsruhe, das für die Ausweisung zuständig ist, stellte die Artenvielfalt der Felsengärten in Mühlhausen vor. „19 verschiedene Vogelarten gibt es in Baden-Württemberg – alleine elf davon sind in den Felsengärten zu finden“, berichtete der Umweltreferent. Nicht wenige davon würden sich auf der roten Liste wieder finden, auf der sämtliche bedrohte Tierarten aufgeführt werden: die Mehlschwalbe oder der Turmfalke etwa, die in der Mühlhausener Landschaft eine Heimat für Brut- und Nistplätze gefunden hätten.

In den zahlreichen Felsgrotten würden sich bevorzugt Fledermäuse niederlassen, während die Graslandschaften, Uferregionen und Waldgebiete vor allem für Schlangen, Eidechsen, Schmetterlinge, Bienen, Frösche und Lurche einen idealen Lebensraum darstellen. Ergänzt würde diese naturgegebene Vielfalt durch ein reichhaltiges Aufkommen an verschiedensten Pflanzen, wobei Aly mit dem Frühlingsfingerkraut, dem Sand-Thymian oder diversen Straucharten nur einige weitere Beispielen nannte.

Einige Konsequenzen, so Aly, seien unumgänglich, um die Felsengärten in ihrem ursprünglichen Zustand zu belassen: neben jeglicher Lärmvermeidung dürfe in dem künftigen Naturschutzgebiet kein offenes Feuer mehr entfacht werden, während die umliegenden landwirtschaftlichen Betriebe ihren Verbrauch an Insektiziden und Pestiziden drastisch reduzieren, wenn nicht sogar völlig vermeiden sollten. Der Auswurf von Gülle würde voraussichtlich gänzlich untersagt werden. Hingegen wolle die Landesregierung neben dem Trockenmauerbau auch einen naturgerechten Weinanbau in den Hanglagen unterstützen, lies Aly verlauten. aj