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Die Kerschensteiner-Halle: Hier lebten rund eineinhalb Jahre lang Flüchtlinge.
Die Kerschensteiner-Halle: Hier lebten rund eineinhalb Jahre lang Flüchtlinge. © Enkreis
27.03.2017

Flüchtlinge ziehen aus: Kerschensteinerhalle wieder für Vereins- und Schulsport zur Verfügung

Mühlacker. Fast eineinhalb Jahre beherbergte sie Flüchtlinge, nun kann sie wieder für den Sport genutzt werden: Die Turnhalle der Beruflichen Schulen in Mühlacker, die Kerschensteinerhalle, wurde vom Landratsamt saniert und steht Schulen und Vereinen nach den Osterferien wieder zur Verfügung.

Bis zu 150 Menschen lebten zeitweilig in der Halle. Dafür hatte der Kreis einige Umbauten vorgenommen und auf dem Hartplatz vor dem Gebäude Container mit Küchen und sanitären Anlagen aufgestellt. „Wir sind mit der Sanierung in den letzten Zügen und können die Halle wie geplant zum 3. April für die Schulen freigeben“, sagt Miriam Mayer, Leiterin des Enzkreis-Gebäudemanagements. Voraussichtlich werde es noch einzelne Einschränkungen geben, was die Umkleiden und Duschen angeht, da hier noch kleinere Maßnahmen stattfänden. „Nach den Osterferien können die Vereine ihr Training dann auch wieder in vollem Umfang aufnehmen“, verspricht Mayer.

Ende August 2015 waren die ersten Flüchtlinge in der Kerschensteinerhalle einquartiert worden. Zuvor hatte das Landratsamt Anwohner eingeladen, sich ein Bild der Unterkunft zu machen. Sozialdezernentin Katja Kreeb zieht ein insgesamt positives Fazit: „Obwohl die Menschen in der Hochzeit, also im Winter vergangenen Jahres, sehr beengt leben mussten, hatten wir nur wenige Probleme.“ Ausdrücklich lobt Kreeb den Einsatz der Ehrenamtlichen aus Mühlacker, aber auch der Sozialarbeiter von Miteinanderleben – und ihr eigenes Team: „Wir haben sehr gut zusammengearbeitet.“

Allerdings macht Kreeb, ebenso wie Landrat Karl Röckinger, auch kein Hehl daraus, dass sie froh ist, das Gebäude nicht mehr zu brauchen. „Zum Glück mussten wir nur sehr wenige Hallen in Anspruch nehmen und die Vereine einschränken“, betont Röckinger. Neben Mühlacker betraf dies die Gemeinden Birkenfeld und Niefern-Öschelbronn. Die ebenfalls belegten Turnhallen in Neulingen, Wimsheim und Eisingen dienten bereits zuvor nicht mehr für den Vereinssport. Einen Dank richtet Röckinger auch an die Gemeinde Sternenfels: „Dort hat man uns schnell und unbürokratisch geholfen, indem wir sofort die Turnhalle in Diefenbach für den Schulsport nutzen konnten – zu sehr günstigen Konditionen.“

Nun können die Schüler wieder in Mühlacker turnen: Der Sanitärbereich wurde renoviert, einige Waschtische und WCs erneuert und die gesamte Halle mit neuer Beleuchtung in LED-Technik ausgestattet. Auch die Linoleumböden in den Umkleiden und Fluren sind erneuert. „In der Sporthalle selbst war das zum Glück nicht nötig, weil wir ihn vor der Belegung mit OSB-Platten abgedeckt und so geschützt hatten“, wie Miriam Mayer berichtet.

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