nach oben
10.12.2016

Flüchtlingshelfer aus Mühlacker beklagen fehlende Geburtsurkunden

Mühlacker. Um sich über die Situation der ehrenamtlich Engagierten in der Flüchtlingshilfe und der Geflüchteten zu informieren, traf sich die Grünen-Landtagsabgeordnete Stefanie Seemann kürzlich mit Freiwilligen des Freundeskreises für Asylsuchende in Mühlacker.

In dem Gespräch berichteten Gisela André, Christiane Bastian-Engelbert, Manfred Budzinski und Heidrun Merdes über die Erfolge ebenso wie über die Herausforderungen.

„Wir sind in unserer Arbeit regelmäßig mit schweren Schicksalen und menschlichen Tragödien konfrontiert, sehen jedoch, dass wir durch unsere Unterstützung einigen Menschen das Ankommen erleichtern können“, so Bastian-Engelbert. „In vielen Fällen wäre es für uns und die Asylsuchenden jedoch einfacher, wenn behördliche Angelegenheiten klarer geregelt wären“, ergänzte Merdes und wies auf die Situation neugeborener Kinder hin, die häufig keine Geburtsurkunde erhalten. Ohne eine solche oder zumindest einen Auszug aus dem Geburtenregister wird Eltern und Kindern beispielsweise der Zugang zu Vorsorgeuntersuchungen oder auch Asylantragsstellung erschwert. Ohne dieses zentrale Dokument seien sie für ihr restliches Leben eingeschränkt, können weder reisen noch heiraten, ergänzte Budzinski. „Hier muss sich etwas ändern, damit aus den Kindern keine Staatenlosen werden.“

„Weitere Schwierigkeiten sehen wir vor allem in der Versorgung der Schwangeren, dem Mangel an geeigneten Dolmetschern und der Wohnungssituation“, stellte André weitere Herausforderungen heraus.

„Die Arbeit der Freiwilligen ist von unschätzbarem Wert, um die Geflüchteten aufzufangen und ihnen eine Integration zu ermöglichen. Sie verdient jede Unterstützung und ich bin sehr dankbar für diese wertvolle Arbeit“, erklärte Seemann. pm