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09.09.2009

Frank Schneider tritt gegen OB Schütterle an

MÜHLACKER. Der FDP-Fraktionsvorsitzende und Mühlacker Rechtsanwalt Frank Schneider (47) wird sich um die Stelle des Senderstädter Oberbürgermeisters bewerben. Das hat Schneider am Mittwoch im Gespräch mit der PZ bekanntgegeben.

Der in Mühlacker geborene und wohnhafte Volljurist äußerte sich zuversichtlich zu seinen Wahlchancen: „Ich trete an und gehe davon aus, dass ich gewinnen kann.“ Der verheiratete FDP-Mann und Vater zweier Söhne war seit Monaten in der Öffentlichkeit und in Kreisen des Mühlacker Gemeinderats als Gegenkandidat zu Oberbürgermeister Arno Schütterle gehandelt worden. Auf Nachfrage der „Pforzheimer Zeitung“ hatte sich der liberale Kommunalpolitiker allerdings stets bedeckt gehalten und darauf verwiesen, er werde sich zu gegebener Zeit offiziell äußern. Die für Schneider passende Zeit war nun kurz vor dem Mühlacker Straßenfest am Wochenende des 12./13. September gekommen. Gilt diese Veranstaltung doch als gute Gelegenheit, den Wahlkampf einzuleiten, sich beim offiziellen Fassanstich zu präsentieren und an zwei Tagen mit zahlreichen Bürgern ins Gespräch zu kommen. Im Gespräch mit der PZ sagte Schneider gestern, es sei an der Zeit Mühlacker voranzubringen und ein gewisses Maß an Einigkeit in der Großen Kreisstadt herzustellen. Es sei zwar richtig, wichtige Dinge auch kontrovers zu diskutieren, doch der ständige Streit zwischen Teilen des Gemeinderats und der Verwaltungsspitze diene nicht der bestmöglichen Entwicklung des Mittelzentrums Mühlacker.

Schneider gab sich selbstsicher. Er sei vertraut mit den Themen in Mühlacker, habe eigene Ideen, sei aber auch kompromissbereit und verfüge über die Fähigkeit ausgleichend moderieren zu können (siehe auch Kasten „Der Kandidat über sich selbst“).

Schneiders Gegenkandidat, der amtierende Mühlacker Verwaltungschef Arno Schütterle, hatte schon seit Monaten erklärt, er werde wieder antreten und hatte folgerichtig auch als Erster seine Bewerbungsunterlagen für die OB-Wahl am 25. Oktober abgegeben. Schütterle hatte überdies am zurückliegenden Samstag sein Bürgerbüro an der Bahnhofstraße eröffnet und sein Wahlkampf-Team präsentiert.

Mit der Kandidatur Schneiders kommt es zur Wiederauflage der Spitzenauseinandersetzung aus dem zurückliegenden OB-Wahlkampf. Damals hatte Schneider sich im ersten Wahlgang als aussichtsreichster Gegenkandidat zu Schütterle positionieren können und war dabei prozentmäßig auch an dem damals ebenfalls kandidierenden CDU-Fraktionsvorsitzenden Günter Bächle vorbeigezogen. Im zweiten Wahlgang hatte Schneider dann deutlich zulegen können. Seinerzeit brachte das Endergebnis folgende Konstellation: Schütterle 55,91 Prozent und Schneider 42,60 Prozent. Seit dieser Zeit hat Schneider kommunalpolitisch kräftig zugelegt und die FDP-Fraktion von zunächst einen auf drei und bei den zurückliegenden Kommunalwahlen auf vier Sitze im Mühlacker Gemeinderat ausgebaut. Gleichwohl will der 47-Jährige einen politisch unabhängigen Wahlkampf führen – getreu dem Motto: „Ich will Mühlacker einen.“ Zwar ist Schneider seit geraumer Zeit nicht mehr als Vorsitzender des Gewerbe-, Handels- und Verkehrsvereins Mühlacker tätig, gleichwohl gilt der Rechtsanwalt als intimer Kenner der Senderstädter Geschäftswelt.