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Zwei Stunden lang sammelte das 15-köpfige Team um den Winzer Frank Jaggy die Trauben für den Eiswein ein. Foto: Kollros

Frostiges Abenteuer: Eisweinlese am Ötisheimer Sauberg

Ötisheim-Schönenberg. Die Frostperiode der vergangenen Tage kam der Schönenberger-Wengerterfamilie Jaggy voll zupass: Erstmals wieder seit zwei Jahrzehnten konnte am „Sauberg“ ein Eiswein gelesen werden. Rund 150 Liter Kerner und Lemberger ergab das Pressen unmittelbar nach der Lese, so der Chef des Weinguts, Frank Jaggy.

Stolze 185 Grad Oechsle ergaben die Messung mit dem Refraktometer. Bis auf zehn Grad minus war das Thermometer in den Keller gerutscht, als das rund 15-köpfige Leseteam zu eigentlichen Schlafenszeit in den Weinberg ausrückte.

Eingehüllt in dicke Klamotten und mit Handschuhen geschützt machte man sich daran, die Dolden vom Weinstock abzubrechen. „Das ging einfacher, als mit der Schere“, so der Wengerter. Bereits am Abend zuvor befanden sich die Jaggys und ihre Helfer „in Lauerstellung“. Hinzugesellt hatten sich sogar Gäste der in der Woche zuvor geöffneten Weinstube, die dort von der Eisweinlese erfahren hatte.

Fahles Licht spendete der Vollmond, ausreichend, um das Lesegut zu erkennen. „In der Nacht zuvor wäre es nicht so hell gewesen“, weiß Jaggy, denn da gab’s die „Blutmond“-Erscheinung am frühen Morgenhimmel. Nach knapp zwei Stunden war das frostige Abenteuer beendet, und Jaggy machte sich mit Unterstützung eines Helfers sofort daran, die Trauben zu pressen – unter freiem Himmel. Denn die Presse musste ebenso eiskalt sein, um das in den Trauben gefrorene Wasser nicht tauen zu lassen. Die übrigen der Helfermannschaft wärmten sich derweil in der guten Stube des Weinguts auf, wo Hausherrin Patricia Jaggy auch gleich ein kräftiges Frühstück auftischte.

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