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Reger Funkbetrieb herrschte beim „Fieldday“ in Enzberg: Am Gerät sind Andreas Bauer (vorne, von links) und Tobias Bromme beschäftigt. Dahinter hören Christoph Herwig (von links) und Vorsitzender Christian Steinwand mit.   Kollros
Reger Funkbetrieb herrschte beim „Fieldday“ in Enzberg: Am Gerät sind Andreas Bauer (vorne, von links) und Tobias Bromme beschäftigt. Dahinter hören Christoph Herwig (von links) und Vorsitzender Christian Steinwand mit. Kollros
19.08.2018

Funksignale in die ganze Welt: Deutscher Amateur-Radio-Club in Enzberg

Mit Gleichgesinnten aus aller Welt in Funkkontakt zu treten, das ist das faszinierende Hobby der 34 000 Mitglieder des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC). Dies kann im stillen Kämmerlein geschehen, auf einem Parkplatz, im Auto oder als Gruppenerlebnis beim sogenannten „Fieldday“. Ein solches Meeting – wörtlich übersetzt: Feldtag – veranstaltete am Wochenende die DARC-Ortsgruppe Pforzheim auf einer Wiese beim Enzberger Naturfreundehaus, wo zwei Dutzend Aktive rund 48 Stunden lang ihrem Steckenpferd nachgingen.

Es sei der Wunsch etlicher Mitglieder gewesen, wieder mal einen solchen „Fieldday“ zu veranstalten, erzählte Organisator Christoph Herwig. Dazu passte, dass der Verein erst kürzlich eine neue Antenne erwerben konnte, die vor vier Wochen bei der Weltmeisterschaft der Funkamateure in Wittenberg (Sachsen-Anhalt) im Einsatz war. „Diese ist viel leistungsfähiger als unsere bisherige Ausrüstung“, freute sich Herwig, dass sich der Ortsclub zum Kauf dieses Equipments entschlossen hatte.

Immer abwechselnd in Zweier-Teams bestätigten die Funker eingehende Anfragen beziehungsweise setzten selbst welche ab und dokumentierten diese im Logbuch. Dabei wurden die Amateurfunk-Rufzeichen, wie etwa „DL1DRK“, die Kennung des Kieselbronners Herwig, ausgetauscht, aber auch Informationen über die Qualität des Funkkontakts und die im Einsatz befindliche Technik. „Da entwickeln sich immer wieder ganz nette Gespräche, aus denen nicht selten auch dauerhafte Freundschaften werden“, weiß Herwig. Die Funkkontakte werden darüber hinaus mittels sogenannter QSL-Karten bestätigt, die zwischen den Funkern verschickt werden. Sie ist eine Art Visitenkarte, Erinnerung an interessante Funkverbindungen und Sammlerstück zugleich.

Gefunkt wird auf Kurzwelle, und so sind Funkamateure weltweit erreichbar. Beim Enzberger „Fieldday“, der keinen Wettbewerbscharakter besaß, kamen Kontakte mit Funkern in Amerika, Israel und ganz Europa zustande, so Christoph Herwig. Und sogar welche aus südamerikanischen Staaten wie Brasilien, Chile und Uruguay habe man am Samstagabend noch „am Draht“ gehabt. Gerade in den Abend- und Nachtstunden böten sich bessere Chancen zu Funkkontakten über lange Distanzen. „Da herrscht eine andere Atmosphäre, die die Ausbreitungsbedingungen der Funkwellen verbessert“, erklärt der Experte. Bis Sonntagnachmittag kam die Gruppe auf über 300 Kontakte.

„Der Standort hier ist auch ideal für uns Funker“, ergänzte der Club-Vorsitzende Christian Steinwand, nämlich auf einer Anhöhe und frei gelegen, und weder Wald oder Hügel würden die Ausbreitung des Funkbetriebs behindern.

Um Amateurfunker zu werden, bedarf es einer durchaus anspruchsvollen Ausbildung, an deren Ende eine Prüfung steht, die Voraussetzung für die Vergabe des Amateurfunk-Rufzeichens durch die Bundesnetzagentur ist, quasi die „Lizenz zum Funken“.