nach oben
Immer mächtig was los war beim Sommermärchen vor drei Jahren in den Enzgärten – wie hier bei „Arti per Via“ aus Bassano. Das 128-tägige Spektakel schloss mit einem Zuschussbedarf von knapp 870 000 Euro ab. Kollros/Archiv
Immer mächtig was los war beim Sommermärchen vor drei Jahren in den Enzgärten – wie hier bei „Arti per Via“ aus Bassano. Das 128-tägige Spektakel schloss mit einem Zuschussbedarf von knapp 870 000 Euro ab. Kollros/Archiv
13.03.2018

Gartenschau in Mühlacker macht beinahe Millionen-Minus

Mühlacker.Die Gartenschau vor drei Jahren in Mühlacker erforderte einen geringeren Zuschussbedarf aus der Stadtkasse, als ursprünglich prognostiziert: Statt 1,4 Millionen betrug das Defizit „nur“ noch 900 000 Euro, wie die Stadtkämmerin Martina Rapp dem Gartenschauausschuss bei dessen Abschlusssitzung erläuterten.

Fast alle in der Ratsrunde – der letzten dieses Ausschusses vor seiner Auflösung – waren mit diesem Ergebnis rundum zufrieden, mit Ausnahme von Rolf Leo: Er hätte im Durchführungshaushalt „ein deutliches Plus“ erwartet, „wie in anderen Städten auch“, monierte der Freie-Wähler-Vormann. Was ihm postwendend Kritik auf breiter Front einbrachte, er solle doch „das Sommermärchen nicht schlecht reden“, so etwa Christdemokrat Günter Bächle. Ihm sei jedenfalls aus keiner Gartenschau-Stadt ein etwaiger Überschuss bekannt, dem auch die Verwaltungsspitzen kopfnickend beipflichteten.

Indes: Außerhalb der Ratsrunde tischte Leo einen Bericht der „Schwäbischen Zeitung“ vom September 2013 auf, der auch der PZ vorliegt, wonach in Sigmaringen nicht nur der prognostizierte städtische Zuschuss von 750 000 Euro nicht eingesetzt werden musste, sondern obendrein noch ein Überschuss von knapp über 800 000 Euro erzielt wurde.

Zurück in die Enzgärten: Laut Abrechnung der Stadt Mühlacker im Vermögensplan wurden für Investitionen in Daueranlagen rund 8,9 Millionen Euro eingesetzt – von der Enz- und Erlenbach-Renaturierung über Grünanlagen samt Wegen, Plätzen und Spielanlagen bis hin zum Jugendhaus. Nach Abzug von Zuschüssen blieben an der Stadt noch 4,5 Millionen Euro hängen. Und wie von der Verwaltung betont wurde, durchweg Investitionen, die erhalten blieben und mittlerweile zum städtischen Anlagevermögen zählen. Im Durchführungshaushalt wurden derweil alle Einnahmen und Ausgaben verrechnet, die anlässlich des Betriebs anfielen. Insgesamt wurden 2,9 Millionen Euro an Eintrittsgeldern erzielt, rund 620 000 Euro durch Sponsoring und knapp über 350 000 Euro durch Konzessionen. Den erzielten Einnahmen von 4,3 Millionen Euro standen Ausgaben in Höhe von knapp 5,2 Millionen gegenüber – der Restbetrag stellt das vorgenannte Defizit dar.

Hingewiesen wurde auch darauf, dass alle fünf Bürgerprojekte erhalten blieben und die Enzgärten auch weiterhin eine Aufwertung erführen. Hervorgehoben wurden dabei Veranstaltungsreihen wie „SommerEvenz“ oder „Enzival“ oder auch sporadisch stattfindende Einzelveranstaltungen wie der Kunsthandwerkermarkt am Muttertag.

Mehr lesen Sie am Mittwoch in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.